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DÄNEMARK (DK)



Fläche

43.094 km2


Hauptstadt

Kopenhagen (1,4 Mio. Einw.)


Währung

1 Dän. Krone = 100 Øre


Staatsform

Parlamentarische Monarchie


Parlament

Folketing mit 179 für vier Jahre gewählten Abgeordneten


Religion

Christen 89%, Muslime 2%, sonstige 9%


Einwohner

5,4 Mio.


Sprache

Dänisch


Gliederung

14 Kreisgemeinden


Staatsoberhaupt

König/Königin


Nationalfeiertag

5. Juni


Nationalitäten/Ethnien

Dänen 96%, Asiaten 2%, sonstige 2%


Internet www.denmark.dk


Geschichte

Gorm der Alte bildete in der ersten Hälfte des 10. Jh. einen Staat, der sich aus den Regionen Jütland, Schonen und Schleswig zusammensetzte. Zuvor hatten sich die dort siedelnden Dänen erfolgreich gegen Invasionen des Frankenreiches behaupten können. Noch vor dem Jahr 1000 wurde das Christentum Staatsreligion. Im ersten Viertel des 11. Jh. expandierten die Dänen unter Knut dem Großen sogar bis zur britischen Insel, aber diese Invasion blieb eine Episode. Immer wieder kam es mit den Schweden zu Auseinandersetzungen um Gebiete, ab dem 14. Jh. herrschten die Dänen in Schleswig und Holstein und sogar in Estland. Die Herrschaft über Schleswig und Holstein machte die dänischen Herrscher auch zu deutschen Reichsfürsten, was sie bis zum Zerfall des Reiches 1806 blieben. 1380 gewannen sie Norwegen und Island. Eine weitere Expansion nach Süden scheiterte am entschiedenen Widerstand der Hanse, die sich 1370 im Frieden von Stralsund ein Handelsmonopol in Dänemark sicherte. Trotzdem wahrten die Dänen in der Ostsee eine klare Vormachtstellung, die etwa 1425 mit der Einführung des Sundzolles für nicht-dänische Schiffe ihren sichtbaren Ausdruck fand. Die Zeit der Reformation führte in Dänemark zu Auseinandersetzungen zwischen Krone und Bürgertum einerseits, dem Adel andererseits, wobei sich letzterer durchsetzte, was zur Leibeigenschaft für viele früher freie Bauern führte. Über die Jahrhunderte konstant blieb jedoch der Zwist mit Schweden um die Vorherrschaft in der Ostsee. Während des 30-jährigen Krieges kam es zu einer missglückten dänischen Intervention, König Christian IV. unterlag Wallenstein und musste sich völlig aus den deutschen Angelegenheiten zurückziehen. Ende des 18. Jh. trat Dänemark als einer der ersten europäischen Staaten für die Abschaffung von Sklavenhandel und Leibeigenschaft ein. Diese liberale Haltung führte dazu, dass Dänemark während der Französischen Revolution und danach ein Zentrum der deutschen Jakobiner wurde. Dänemark nahm auch nicht an der antinapoleonischen Koalition der europäischen Mächte teil, sodass 1807 Helgoland an Großbritannien verloren ging. Damals musste auch Norwegen an Schweden abgetreten werden. In der Mitte des 19. Jh. kam es zum Konflikt mit der deutschen Nationalbewegung wegen Schleswig und Holstein, im Krieg mit Preußen und Österreich gingen beide Provinzen 1864 verloren. Im Ersten Weltkrieg blieb Dänemark neutral, 1918 musste Island als selbstständiges Königreich in Personalunion mit der dänischen Krone anerkannt werden. 1944 wurde Island unabhängige Republik.

Politisches System

Auf Grund der Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges gehörte Dänemark nach 1945 zu den Mitbegründern der NATO, weitere Leitlinien seiner Politik sind die enge Zusammenarbeit mit den skandinavischen Staaten, vor allem im 1951 gegründeten Nordischen Rat. 1953 gab sich das Land eine neue Verfassung, die auch die weibliche Thronfolge ermöglichte. Grönland und die Färöer-Insel, die beide seit dem 18. Jh. zu Grönland gehören, entsenden je zwei Abgeordnete in den Folketing.

Wirtschaft

Dänemark, bis zum Zweiten Weltkrieg vorwiegend Exporteur von Agrargütern, baute nach dem Zweiten Weltkrieg eine florierende weiterverarbeitende Industrie auf. Inzwischen ist der Export von Industriegütern viermal so hoch wie der von Agrarprodukten. Typisch für Dänemark ist die klein- und mittelbetriebliche Struktur. Nur mehr 3,4% der Arbeitskräfte sind im Agrarsektor tätig. Obwohl fast alle Rohstoffe importiert werden müssen, ist die Metallverarbeitung der wichtigste Industriezweig. Die Bedeutung des einmal florierenden Schiffsbaus ist im Abnehmen. Daneben verfügt Dänemark über eine der größten Fischfangflotten Europas.

DEUTSCHLAND (D)



Fläche

357.022 km2


Hauptstadt

Berlin (3,3 Mio. Einw.)


Währung

1 Euro = 100 Cent


Staatsform

Parlamentarische Republik


Parlament

Bundestag mit 614 und Bundesrat mit 69 Mitgliedern


Religion

Christen (66,8%): davon Katholiken (33,4%), Protestanten (33,4%); Muslime (3,1%), Juden (0,1%), sonstige (30%)


Einwohner

82,7 Mio.


Sprache

Deutsch


Gliederung

16 Bundesländer


Staatsoberhaupt

Bundespräsident


Nationalfeiertag

3. Oktober


Nationalitäten/Ethnien

Deutsche (91,1%), Türken (2,5%), sonstige (6,4%)


Internet www.bundesregierung.de


Geschichte

In vorchristlicher Zeit lebten im heutigen Deutschland keltische und germanische Stämme. Die linksrheinische Gebiete sowie die Regionen südlich der Donau wurden um die Zeitenwende römische Provinzen. Rhein und Donau bildeten den so genannten Limes (= Grenze) zwischen römischem und germanischem Einflussbereich. Nach dem Einfall der Hunnen setzte die Völkerwanderung ein, die für das Weströmische Imperium zum Untergang führte. In Deutschland etablierte sich im 6. Jh. mit den Franken ein einheimisches Königtum, das nach allen Richtungen expandierte. Die im Nordosten etwa im 7. Jh. eingewanderten Slawen wurden assimiliert, die im Norden ansässigen Sachsen mit brutaler Härte unter Karl dem Großen unterworfen und zwangschristianisiert. Karl der Große herrschte über ein mittel- und westeuropäisches Reich, das sich bis Österreich und nach Oberitalien erstreckte. Unter seinen Nachfolgern kam es 843 mit dem Vertrag von Verdun zur Dreiteilung dieses Reiches, das Ostfrankenreich wurde ab dem 10. Jahrhundert als »regnum teutonicum« (Deutsches Reich) bezeichnet. Rückgreifend auf die Reichsidee Karls des Großen ließ sich Otto I. 962 in Rom krönen, doch die territoriale Zersplitterung in zahlreiche kleinere und größere souveräne Fürstentümer und freie Reichsstädte wurde ab dem Hochmittelalter zum Problem. Das Prinzip des Wahlkönigtums erforderte jeweils Zugeständnisse an die Lehensinhaber, was zur Schwächung des Königtums führte. Trotz Auseinandersetzungen mit dem Papsttum (Investiturstreit) gelang es etwa Friedrich II. aus dem Hause der Staufer, über ein Reich zu gebieten, das von der Nordsee bis nach Sizilien reichte. Nach dem Ende des letzten Staufers verfiel die Königsmacht im Reich weiter, es kam zu Doppelwahlen, trefflich wurde diese Zeit als Interregnum bezeichnet. Dieses wurde durch die Wahl Rudolfs von Habsburg beendet, mit ihm betrat ein aus der heutigen Schweiz stammendes Geschlecht die politische Bühne. Zur Stärkung seiner Königsmacht verhalf er seiner Familie zu einer territorialen Hausmacht, konnte aber die Kaiserkrone noch nicht für seine Familie sichern. Erst nach dem Aussterben der Luxemburger mit Kaiser Sigismund 1438 trat mit seinem Schwiegersohn Albrecht wieder ein Habsburger an die Spitze des Reiches. Die Habsburger stellten bis auf eine kurze Unterbrechung von 1740 bis 1745 bis zum Ende des Reiches 1806 den römischen König. Friedrich III. legte den Grundstein für das habsburgische Großreich. Sein Sohn Maximilian nahm ohne Krönung den Titel eines Kaisers an. Sein Verdienst ist zweifelsohne, eine Reichsreform in die Wege geleitet zu haben. Unter seinem Nachfolger Karl V. breitete sich die Reformation aus, die das Reich polarisierte. An den Grenzen drohten die Osmanen (1529 erste Türkenbelagerung Wiens). Die Verelendung des Bauernstandes führte zu regionalen Aufständen der Bauern, die sich großteils der neuen protestantischen Religion anschlossen. So war eine kriegerische Auseinandersetzung um religiöse Zugehörigkeit verbunden mit klaren Machtfragen nicht zu vermeiden. Der Dreißigjährige Krieg, der Deutschland in ein Chaos stürzte, das Land entvölkerte und nur Sieger im Ausland brachte, schwächte die Macht des Herrschers weiter. Die Zersplitterung des Reiches förderte den Aufstieg zielbewusster Territorien wie etwa Preußens. Unmittelbar nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges sah sich das Reich von zwei Seiten bedrängt, einerseits von den Eroberungskriegen des französischen »Sonnenkönigs« Ludwig XIV., anderseits von den nach außenpolitischen Erfolgen drängenden Osmanen. Letztere konnten durch einen gemeinsamen Einsatz einiger deutscher Fürsten und der unmittelbar bedrohten Habsburger 1683 vor Wien endgültig in die Schranken gewiesen werden. Das 18. Jh. stand im Zeichen der Auseinandersetzung zwischen dem Habsburgerreich, das nach dem Aussterben der männlichen Linie durch Maria Theresia, Tochter Karls VI., regiert wurde, und der aufstrebenden Macht Preußen. Dem Ansturm der napoleonischen Heere fielen nicht nur Randgebiete Deutschlands zum Opfer, sondern auch das längst zu schwache Reichsgebilde selbst. 1806 legte der letzte deutsche Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Franz II. die Kaiserkrone nieder. Nutznießer dieser Entwicklung waren die größeren deutschen territorialen Staaten wie Preußen, Bayern oder Württemberg. Der restaurative Wiener Kongress formte den Deutschen Bund, bestehend aus 38 Einzelstaaten, die von Österreich bzw. Preußen dominiert wurden. Ein Konflikt der beiden um die Vormacht war damit programmiert. Die Märzrevolution des Jahres 1848 zwang die konservativen Herrscher zu vorläufigen Zugeständnissen, wie der Einrichtung der Frankfurter Nationalversammlung. Ganz im Sinne des neuen Nationalismus schuf diese einen Verfassungsentwurf für eine deutsche konstitutionelle Monarchie, die jedoch am Einspruch Preußens scheiterte. 1866 kam es zum Zusammenstoß zwischen Preußen und Österreich, der mit der Niederlage Österreichs und seinem Herausdrängen aus dem Reich endete. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 wurde 1871 in Versailles das Deutsche Kaiserreich proklamiert. Mit der Thronbesteigung Wilhelms II. 1888 setzte eine expansive deutsche Politik ein, die auf militärische Überlegenheit und auch auf den Erwerb überseeischer Kolonien setzte. Dies brachte sie in Gegensatz zu den anderen europäischen Mächten, vor allem Frankreich und Großbritannien, die sich 1904 in der Entente cordiale zusammenfanden. Das Attentat von Sarajewo auf den österreichischen Thronfolger setzte die Automatik des Bündnissystems in Gang, der Erste Weltkrieg brach aus. Deutschland unterlag, fast drei Millionen Menschen verloren ihr Leben. Deutschland wurde Republik, durch die Friedensverträge belastet mit Reparationszahlungen und Kriegsschuld, konnte sich keine stabile innenpolitische Lage entwickeln. Die demokratischen Kräfte wurde vielfach durch Anschläge und Aufstände diffamiert, die Wirtschaftskrise Ende der zwanziger Jahr trug zur Destabilisierung bei. Dies förderte das Aufkommen rechtsnationaler Gruppierungen wie der NSDAP, die schließlich 1933 mit dem aus Österreich stammenden Adolf Hitler den Reichskanzler stellte. Dieser wandelte das Land in kürzester Zeit in einen autoritären, expansionistischen Staat um, in dem politische Gegner verfolgt und andere Meinungen unterdrückt wurden. Konzentrationslager, Gestapo und Rassengesetze gegen jüdische Bürger wurden zum Machterhalt eingesetzt. Der vom Zaun gebrochene Zweite Weltkrieg, um Lebensraum zu erobern, Schulden bei der Großindustrie einzulösen und das Wort vom »Großdeutschen Reich« wahr zumachen, endete in der größten Katastrophe der deutschen Geschichte. Belastet mit dem systematischen Massenmord an den Juden, erlitt Deutschland nach diesem Krieg nicht nur beachtliche Gebietsverluste, sondern auch einen weltweiten Verlust an Glaubwürdigkeit. Bis zum Jahr 1990 blieb Deutschland formal unter alliierter Hoheit. In den westlichen Besatzungsgebieten formte sich die deutsche Bundesrepublik, die sich 1949 mit dem Grundgesetz eine demokratische Verfassung gab. Gleichzeitig entstand in der sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik, ein sowjetischer Satellitenstaat. Diese Trennung in zwei Staaten und zwei Systeme, durch den Kalten Krieg einzementiert, wurde von der Bundesrepublik offiziell nie anerkannt (Hallstein-Doktrin). Die Wiedervereinigung Deutschlands blieb immer primäreres Ziel der deutschen Außenpolitik. In der Ära Willy Brandts wurde eine »Neue Ostpolitik«, die auf Verständigung setzte, eingeleitet. Doch erst der Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Russland brachte 1989/90 die Wende und damit die Wiedervereinigung.

Politisches System

Deutschland ist eine Bundesrepublik, die aus 16 teilsouveränen Bundesländern besteht. Basierend auf dem Grundgesetz von 1949 ist sie ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident, der für fünf Jahre von der Bundesversammlung gewählt wird und dem vor allem repräsentative Aufgaben zukommen. Die Richtlinienkompetenz für die Führung der Politik ist Aufgabe des Bundeskanzlers. Deshalb wird die Bundesrepublik auch als »Kanzlerdemokratie« bezeichnet. Auf Bundesebene wie auf Länderebene bestehen legislative, exekutive und judikative Elemente. Grundsätze deutscher Außenpolitik sind die Bindung an das westliche Bündnissystem und der Anteil an der europäischen Integration. Seit 1950 ist Deutschland Mitglied des Europarates, 1957 gehörte es zu den Mitunterzeichnern der Römischen Verträge. 1955 trat die Bundesrepublik der NATO bei. Laut Grundgesetz darf sich die Bundeswehr nicht an Angriffskriegen beteiligen, sie besitzt lediglich die Verteidigungskompetenz. Seit der Wiedervereinigung beteiligte sich die Bundeswehr mit ausdrücklicher Zustimmung des Bundestages an friedenserhaltenden und friedensstiftenden Einsätzen. Außerdem ist Deutschland bemüht, an der Gestaltung einer europäischen Außen- und Sicherheitspolitik mitzuarbeiten. Sehr aktiv bemüht sich die Bundesrepublik um eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts. Abgelehnt wurde der US-amerikanische Krieg im Irak, da man das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen bezweifelte. Mit dem Iran versucht Deutschland im Dialog zu bleiben, um diesen zu veranlassen, auf das Atomprogramm zu verzichten.

Wirtschaft

Die wirtschaftspolitische Harmonisierung Ostdeutschlands mit dem Westen nach der Wiedervereinigung wurde zu einer unterschätzten Kraftprobe für die deutsche Wirtschaft. Nach der anfänglichen Euphorie über die Währungseinheit kam es zu einem massiven Stellenabbau und damit zu hohen Arbeitslosenzahlen. Trotzdem gehört Deutschland nach wie vor zu den führenden Industrienationen der Welt, wobei der industrielle Anteil zu Gunsten des tertiären Sektors im Schwinden begriffen ist. Die sehr exportorientierte Industrie punktet vor allem in den Bereichen Maschinenbau, Automobil- und Fahrzeugbau sowie in der Elektroindustrie. Chemische Industrie und Nahrungs- und Genussmittelindustrie sind weitere florierende Bereiche. Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen etablierte sich eine spezialisierte Hightech-Industrie, etwa was den Anlagenbau und die Weltraumtechnik betrifft.

Deutschland verfügt nur über wenige Rohstoffe, es gibt nur ergiebige Kohlelagerstätten, geringe Vorkommen an Eisenerz, Blei und Zink. Die Energievorsorgung erfolgt großteils durch Erdöl- und Erdgasimporte, sowie durch Kernkraftwerke. Der Ausstieg aus letzteren und der Umstieg auf erneuerbare Energieträger ist deklariertes politisches Ziel.

Mehr als 50% der deutschen Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, von Wald bedeckt sind fast 30%. Die deutsche Landwirtschaft ist äußerst leistungsfähig, aber – wie in der gesamten EU – hoch subventioniert. Bei den Betriebsgrößen überwiegen Klein- und Mittelbetriebe. Nur im Osten wurden die ehemals kollektivierten Betriebe in große und leistungsstarke Genossenschaften bzw. privatwirtschaftliche Kooperationen umgewandelt.

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