Fläche
110.550 km2
Hauptstadt
Sofia (1,3 Mio. Einw.)
Währung
1 Lew = 100 Stótinki
Staatsform
Parlamentarische Republik
Parlament
Volksversammlung mit 240 Abgeordneten
Religion
Bulgarisch-Orthodoxe 83%, Muslime 13%, Katholiken 2%, sonstige 2%
Einwohner
7,3 Mio.
Sprachen
Bulgarisch
Gliederung
8 Regionen und das Hauptstadtgebiet
Staatsoberhaupt
Präsident
Nationalfeiertag
3. März
Nationalitäten/Ethnien
Bulgaren 83%, Türken 8,5%, sonstige 8,5%
Internet www.parliament.bg
Geschichte
Das seit 1185 bestehende sog. Zweite bulgarische Reich wurde 1396 von den Osmanen erobert, die Bulgarien bis 1878 in ihrer Gewalt hielten. Nach den Vereinbarungen des Berliner Kongresses wurde Bulgarien ein selbstständiges Fürstentum, zuerst unter der Herrschaft des Hauses Hessen-Battenberg und dann von Sachsen-Coburg-Gotha. 1908 nahm Ferdinand Max von Sachsen-Coburg-Gotha den Zarentitel an. Sein von 1887 bis 1894 amtierender Ministerpräsident Stefan Nikolow Stambuloff leitete eine intensive Europäisierungsphase ein. Im Balkankrieg von 1912/13 verlor Bulgarien die südliche Dobrudscha an Rumänien, und Makedonien größtenteils an Serbien sowie einen kleinen Teil an Griechenland. In den Ersten Weltkrieg trat Bulgarien an der Seite der Mittelmächte ein. 1918 dankte Zar Ferdinand zu Gunsten seines Sohnes ab. Im Friedensvertrag von Neuilly wurde der Verlust der Dobrudscha bestätigt. Die Regierung des Bauernführers Alexander Stambulijski wurde 1923 durch einen Offiziersputsch gestürzt. Wie in anderen europäischen Staaten etablierte sich in den dreißiger Jahren ein autoritäres Regime unter Ministerpräsident Kimon Georgieff. 1940 erhielt Bulgarien, das mit dem nationalsozialistischen Deutschland sympathisierte, mit Hilfe der Deutschen die südliche Dobrudscha wieder zurück. 1944 wurde das Land durch die Rote Armee besetzt, unter deren Einfluss es zur Bildung einer Volksfrontregierung unter kommunistischer Führung kam. Im September 1946 wurde Bulgarien eine Volksrepublik, ein Jahr später erhielt das Land eine Verfassung, in der ein kollektives Staatsoberhaupt vorgesehen wurde. Die tatsächliche Macht lag in den Händen der KP. Mit den Pariser Friedensverträgen von 1947 wurde Bulgarien in den Grenzen von 1941 wiederhergestellt, d.h. die Dobrudscha blieb erhalten. Das wirtschaftlich völlig von der Sowjetunion abhängige Land trat dem Comecon und dem Warschauer Pakt bei und schloss mit den sowjetischen Vasallenstaaten Freundschaftsverträge.
Politisches System
Schon 1946 wurde eine Agrarreform eingeleitet, der Großgrundbesitz enteignet und Banken, Grundindustrien und Kohle- und Erzgruben verstaatlicht. Bis Mitte der fünfziger Jahre erfolgte die völlige Kollektivierung der Landwirtschaft und die Sozialisierung des Groß- und Einzelhandels. 1965 scheiterte ein Umsturzversuch von Offizieren, die einen kommunistischen Staat nach jugoslawischem Vorbild etablieren wollten. Doch in den sechziger Jahren setzte eine zaghafte Reformbewegung ein, die das Land vor allem dem Tourismus öffnete. In der Folge bemühte sich Bulgarien um bessere Beziehungen zum westlichen Europa und nahm mit einigen Staaten auch wieder diplomatische Beziehungen auf. Schon vor der Wende 1989 wurde die Planwirtschaft beseitigt und nach sowjetischem Vorbild der »neue ökonomische Mechanismus« eingeführt. Es wurde mehr Selbstverwaltung gestattet, Marktorientierung wurde ein neues Ziel. Nach dem EU-Beitritt am 1. Januar 2007 wird Bulgarien trotz eines Wirtschaftswachstums von 8% (2006) das ärmste Land Europas sein.
Wirtschaft
Wirtschaftlich konnte Bulgarien in den Jahren nach der Wende kontinuierlich aufholen. Die Umwandlung von einem reinen Agrarstaat, der neben Ackerbauprodukten Tabak und Baumwolle exportierte, in einen Industriestaat geht voran. In Sofia hat sich eine florierende Maschinenindustrie etabliert, in Varna und Burgas entstanden Erdölraffinerien. Bodenschätze wie Kohle Kupfer, Blei, Eisenerze und Mangan werden exportiert. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus, daneben haben sich interessante Nischenproduktionen durchgesetzt, wie Heilkräuter und Rosenöl, das als Rohstoff für die Parfumerzeugung unentbehrlich ist.
Fläche
9,56 Mio. km2
Hauptstadt
Beijing (14 Mio. Einw. in der Region)
Währung
1 Yuan = 10 Jiao = 100 Fen
Staatsform
Sozialistische Volksrepublik
Parlament
Nationaler Volkskongress mit 2.979 Abgeordneten
Religion
Volksreligionen 20,1%, Buddhisten 6%, Muslime 2,4%, Christen 0,2%, sonstige 0,1%, Konfessionslose 71,2%
Einwohner
1,32 Mrd.
Sprache
Chinesisch
Gliederung
23 Provinzen, 5 Regionen, 4 Stadtbezirke, 2 Sonderverwaltungen (Hongkong, Macau)
Staatsoberhaupt
Präsident
Nationalfeiertag
1. Oktober
Nationalitäten/Ethnien
Han-Chinesen 92%, sonstige 8%
Internet www.china.org.cn
Geschichte
In China bestand mit der Shang-Dynastie die erste Hochkultur bereits vom 16. bis zum 11. Jh. v. Chr. Sie wurde von der Phase der Streitenden Reiche abgelöst, die bis 221 v. Chr. währte. Es war eine Zeit der Expansion, der strengen Feudalherrschaft und schließlich der zahlreichen Kriege der einzelnen Staaten und Fürstentümer gegeneinander. Trotzdem blühte das kulturelle Leben, es entfaltete sich ein reger Handel, Philosophen wie Konfuzius und Laotse entwickelten Denkschulen, die noch heute in China Bestand haben. Mit der Qin- und der Han-Dynastie etablierte sich das chinesische Kaiserreich, ein straff organisierter Zentralstaat, der gegen Eindringlinge die Chinesische Mauer zu errichten begann, aber auch lebhafte Handelsbeziehungen pflegte, die bis in den Mittelmeerraum hinein reichten. Um etwa 200 n. Chr. begann die Phase der Sui- und Tang-Dynastien, unter deren Herrschaft China sich in verschiedene Reiche aufsplittert. Dennoch herrschte eine kulturelle Blüte, die vor allem vom Buddhismus beeinflusst wurde. Von etwa 1000 bis ins 14. Jh. regierten die Song-Dynastie und die mongolische Yuan-Dynastie. In dieser Zeit wurde die kaiserliche Residenz nach Hangzhou, südlich von Shanghai, verlegt. Damals gelangte durch die Reisen des Marco Polo erstmals authentisches Wissen über China nach Europa, in China selbst wurde der Buchdruck, das Schießpulver und das Papiergeld erfunden. Ende des 14. Jh. kam es zu Aufständen gegen die mongolische Dynastie, sie wurde durch ein absolutistisches Kaisertum abgelöst, das sich bis ins 18. Jh. behaupten konnte. In dieser Zeit wurde an der Chinesischen Mauer weitergebaut. 1644 erfolgte die Eroberung durch die Mandschus, die China bis zum Ende des Kaiserreiches 1911 in ihrer Gewalt hielten. Die Mandschu-Kaiser eroberten im 18. Jh. Tibet, sie schlossen auch den ersten Vertrag Chinas mit einer europäischen Macht, nämlich mit Russland, über die Amur-Grenze. Schon im 16. Jh. waren westliche Handelsstützpunkte angelegt worden, vor allem von den Briten und den Portugiesen. 1842 errang Großbritannien einen Sieg über China im Opiumkrieg, worauf China Hongkong an die Briten abtreten musste. Im Chinesisch-Japanischen Krieg verlor China die Insel Taiwan und musste der Unabhängigkeit Koreas zustimmen.
Ende des 19. Jh. bildete sich als Widerstand gegen die westlichen Interventionen die Boxerbewegung, ihr Aufstand wurde jedoch 1901 von den Westmächten niedergeschlagen. Bürgerliche Kräfte formten nun eine gemäßigte Opposition, die schließlich den Rücktritt des letzten Kaisers Pu Yi erreichte, Sun Yat-sen übernahm die Macht und rief in Nanking die Republik aus. Es bildete sich die Kuomintang-Bewegung Tschiang Kai-scheks, der 1925 das Präsidentenamt übernahm. Er lag in ständigem Krieg mit der kommunistischen Partei. Diese Zwiste wurden auch kaum durch die japanische Besetzung der Mandschurei unterbrochen. Es herrschte Krieg an allen Fronten, jeder gegen jeden, neun Mio. Chinesen verloren in diesen Wirren ihr Leben. Mit Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Mandschurei wieder chinesisch, bis 1955 gaben die Russen alle eroberten Gebiete zurück, wie etwa Port Arthur. 1950 begann die Besetzung Tibets. Den Anspruch auf Taiwan und die dazugehörigen Inseln hat China nie aufgegeben.
Bereits im September 1949 proklamierten die Kommunisten unter der Führung Mao Dsedongs die chinesische Volksrepublik. Im Dezember dieses Jahres ging der Bürgerkrieg gegen die legale Regierung Tschiang Kai-scheks zu Ende, Tschiang Kai-schek wurde nach Taiwan vertrieben.
In der ersten Phase bis 1954 wurde alles verstaatlicht und eine große Agrarreform durchgeführt. In der zweiten Phase bis 1958 wurde die Industrialisierung vorangetrieben, der gesamte Handel verstaatlicht und die gesamte Landwirtschaft sozialisiert. Ab 1958 wurden mit dem »Großen Sprung nach vorne« eine neue Wirtschaftsstrategie entwickelt, zu diesem Zeitpunkt wollte China die führende kommunistische Macht werden und die Sowjetunion überflügeln, mit der China im ideologischen Streit lag. Am Ende dieser Entwicklung herrschten wirtschaftliches Chaos und Hunger, die »Drei bitteren Jahre«. Danach versuchte Deng-Xiaoping, der innerparteilich beachtlich an Einfluss gewonnen hatte, einen langsamen Aufbau der Wirtschaft. Diese Entwicklung wurde 1966 durch die »Große Sozialistische Kulturrevolution« unterbrochen. Mit Duldung Maos wandten sich die Roten Garden gegen alles Westliche, die Intellektuellen wurden aus den Städten in die Dörfer vertrieben und mussten Landarbeit leisten. Auch diese Phase zerstörte mehr an Kulturgütern als sie das Land vorwärts brachte. Sie wurde gewaltsam durch die Armee beendet. Als nach Maos Tod 1976 seine Witwe Chiang Ching Nachfolgeansprüche erhob, wurden sie und ihre Mitstreiter, Stichwort »Viererbande«, sofort entmachtet.
International schaffte China in diesen Jahren dank der zielstrebigen Außenpolitik Tschou En-Lais seine weitgehende Anerkennung. Nur die Vereinigten Staaten, die ein Bündnis mit Taiwan hatten, anerkannten China lange nicht und hielten ein Embargo gegen China aufrecht. Zur Sowjetunion pflegte China enge politische Beziehungen, die sich erst nach dem 20. Parteikongress von 1956 lockerten, als Nikita Chruschtschow Stalins Politik in Grund und Boden verdammte. Ein Konflikt mit den Sowjets brach 1962 offen aus. Hatte China zuvor noch enge Beziehungen zu den sowjetischen Satellitenstaaten, so harrte nach 1962 nur mehr Albanien an Chinas Seite aus. Sehr gute Beziehungen hatte China auch zu den asiatischen kommunistischen Staaten wie Nordkorea, das es durch freiwillige Einheiten im Koreakrieg (1950–1953) unterstützte. Auch im Indochinakrieg und im Vietnamkrieg (ab 1965) stand China an der Seite der kommunistischen Kämpfer. Um einen Cordon Sanitaire zu schaffen, schloss China Freundschaftsverträge mit Afghanistan, mit Burma (heute Myanmar) und mit Pakistan; letzterem versicherte China seine Unterstützung im Kaschmirkonflikt mit Indien. Auch das Regime Pol Pots in Kambodscha und die Pathet Lao-Bewegung in Laos konnten der chinesischen Freundschaft und Unterstützung sicher sein. 1954 schloss China mit dem blockfreien Indien einen Vertrag. Das bilaterale Verhältnis wurde aber durch den tibetischen Aufstand 1959 getrübt, in dessen Folge Indien zum Exilland für viele Flüchtlinge aus Tibet, einschließlich des Dalai Lama, wurde.
Das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten verbesserte sich erst mit dem Besuch Richard Nixons in Peking, die USA entzogen Taiwan ihre Unterstützung. Damals verlor Taiwan sein Vorrecht als UN-Mitglied, an seiner statt zog die Volksrepublik China in die UNO ein.
Politisches System
1954 gab sich China, d.h. Mao war federführend, eine neue Verfassung. Nach dieser wurde der Staatspräsident vom Volkskongress auf vier Jahre gewählt. Die Oberste Staatskonferenz, sie entspricht einer Regierung, wird vom Ministerpräsidenten geführt. 1953 wurde erstmals ein nationaler Volkskongress gewählt, in der Regel tagt er nur einmal jährlich. Die eigentliche Legislative liegt bei seinem Ständigen Ausschuss. Die Macht im Staate allerdings liegt bei der KPCh. Als in Folge der liberalen Wirtschaftspolitik sich Mitte der achtziger Jahre inspiriert von Michail Gorbatschows Politik eine Demokratiebewegung formierte, wurde diese nach einer Großdemonstration am Platz des Himmlischen Friedens gnadenlos niedergemacht, tausende Oppositionelle inhaftiert oder hingerichtet.
Um das rasante Bevölkerungswachstum zu steuern – Chinas Bevölkerung stieg zwischen 1953 und 1995 von 582 Mio. Einwohnern auf 1,2 Mrd. – wurde die Ein-Kind-Politik propagiert, d.h. jede Familie durfte nur ein Kind haben. Diese Politik war jedoch unmöglich konsequent durchzuhalten, vor allem die Landbevölkerung wandte sich dagegen. Inzwischen herrscht in China Frauenmangel.
Seit 1964 verfügt China über Atombomben. Zu China gehören auch noch als autonome Region die Innere Mongolei und etwa 3000, den Küsten vorgelagerte Inseln.
Wirtschaft
Deng Xiaoping leitete ab den siebziger Jahren eine liberale Wirtschaftspolitik ein, die er sozialistische Marktwirtschaft nannte. Unter dem Motto »Reich werden ist wunderbar« wurden weltweit intensive Handelsbeziehungen aufgenommen, die chinesischen Märkte geöffnet.
Für Afrika begann sich China bereits in den sechziger Jahren zu interessieren, doch eine offensive Afrikapolitik setzte erst mit der Jahrtausendwende ein, als China einerseits im Zuge seines Wirtschaftsbooms an Rohstoff- und Energiemangel litt. Andererseits konnte es zu diesem Zeitpunkt den afrikanischen Ölstaaten als Austausch für Öllieferungen Entwicklungshilfe im Infrastrukturbereich bieten.
In Chinas Landwirtschaft sind noch immer 50% der Erwerbstätigen beschäftigt. Es werden Reis, Weizen, Mais, Hirse und Hafer angebaut, wobei die Ernten den Eigenbedarf Chinas decken. Weitere Feldfrüchte sind Tabak, Kartoffel, Baumwolle, Tee, Zuckerrohr und Erdnüsse. Von großer Bedeutung ist auch die Geflügel- und Schweinezucht.
An Bodenschätzen verfügt China über Bauxit, Blei, Diamanten, Eisenerze, Erdöl, Gold, Kupfer, Steinkohle, Zink und Zinn, sowie über Antimon, Erdgas, Uran und Wolframvorkommen.
Hohe ausländische Investitionen und die Tatsache, dass chinesische Facharbeiter sehr gut ausgebildet sind, erlauben ein kräftiges Industriewachstum. Nur 20 % der Erwerbstätigen sind in der Industrie tätig, sie erwirtschaften 50% des BIP. Derzeit wird groß in die noch unzureichende Verkehrsinfrastruktur investiert.
Wegen des drückenden Energiemangels entschloss sich China zu einem gigantischen Wasserkraftwerksbau am Yangtse (mit 6300 km der längste Fluss Asiens), dem Drei-Schluchten-Staudamm. Dieses größte Wasserkraftwerk der Welt (185 m hohe Staumauer, 2,3 km lang) wurde in den Jahren 1997 bis 2006 errichtet, schließlich versanken 13 Städte und 4500 Dörfer im Wasser, 1,4 Mio. Bewohner mussten umgesiedelt werden. Bis 2009 sollen alle Turbinen laufen und jährlich 84,7 Mrd. Kilowatt erzeugen. Doch schon jetzt macht das Projekt große Probleme, etwa dass die Anrainer den Stausee als eine riesige Mülldeponie benutzen. So mussten innerhalb von vier Wochen 1000 Tonnen Unrat aus dem See gefischt werden, sonst würden die Turbinen verstopft sein. Dadurch verkommt der Stausee zur Kloake, die Wasserreinhaltung verschlingt Unsummen. Eine Lösung haben die Behörden bis jetzt noch nicht gefunden.
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