Читать книгу «Die Staaten der Erde» онлайн полностью📖 — Isabella Ackerl — MyBook.

GEORGIEN (GE)



Fläche

69.700 km2


Hauptstadt

Tiflis (Tbilissi, 1,25 Mio. Einw.)


Währung

1 Lari = 100 Tetri


Staatsform

Präsidialrepublik


Parlament

235 für vier Jahre gewählte Abgeordnete


Religion

Christen 83%, Muslime 11%, sonstige 6%


Einwohner

4,5 Mio.


Sprachen

Georgisch, Russisch, Armenisch


Gliederung

79 Bezirke


Staatsoberhaupt

Staatspräsident


Nationalfeiertag

26. Mai


Nationalitäten/Ethnien

Georgier 70%, Armenier 8%, Russen 6%, Aseri 6%, Osseten 3%, Abchasen 2%, sonstige 5%


Internet www.parliament.ge


Geschichte

Schon im 6. Jh. v. Chr. ist in Westgeorgien der Staat Kolcheti (das antike Kolchis) nachgewiesen. Dieser Raum wurde später von den Assyrern und schließlich von Alexander dem Großen erobert. 66 v. Chr. eroberte der römische Feldherr Gnaeus Pompeius das Land. 337 n. Chr. wurde das Christentum Staatsreligion. In den folgenden Jahrhunderten befand sich das Land unter byzantinischer Oberhoheit. Es gelang aber diese im 10. Jh. abzuschütteln. Georgien wurde die stärkste Macht im transkaukasischen Raum, u. a. unter der Herrschaft der Königin Tamara (1160–1213). Diese Phase gilt als das Goldene Zeitalter des Landes. Danach fiel Georgien den Mongolen unter Timur Lenk zum Opfer. Im 16. Jh. bestanden drei Königreiche und mehrere Fürstentümer, die unter osmanischem bzw. persischem Einfluss standen. 1783 schloss Ostgeorgien einen Schutzvertrag mit dem Zarenreich, 1801 wurde das Gebiet von den Russen annektiert, das herrschende Königshaus entthront. Bis Mitte des 19. Jh. brachte Russland ganz Georgien unter seine Kontrolle. Nach der Oktoberrevolution erklärte sich Georgien für unabhängig, doch 1921 wurde das Land von der Roten Armee besetzt und in die Sowjetunion eingegliedert. Schon in den achtziger Jahren des 20. Jh. machte sich eine starke Unabhängigkeitsbewegung bemerkbar. 1991 nach dem Zerfall des Sowjetimperiums erklärte sich Georgien neuerlich für unabhängig. Der Erste Präsident der neuen Republik Swiad Gamsachurdia wurde durch einen Putsch abgelöst. Sein Nachfolger wurde der ehemalige sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse. Er leitete demokratische Reformen ein, doch die Wirtschaft stagnierte, Korruption war allgemein verbreitet. Im Jahre 2003 wurde Schewardnadse durch die sog. »Rosenrevolution« oder »samtene« Revolution verdrängt. Die neuen Machthaber begannen energisch die Korruption zu bekämpfen. Im März 2006 wurde mit Russland eine Vereinbarung geschlossen, die die Auflösung der militärischen Stützpunkte bis Ende 2008 vorsieht.

Politisches System

Georgien ist heute eine demokratische Republik mit einem starken präsidialen System. Die Demokratie weist jedoch starke Defizite auf, die bürgerlichen Rechte sind Teils eingeschränkt. Ein Eckpunkt der georgischen Außenpolitik ist die völlige Unabhängigkeit von Russland. Schon 1992 wurde Georgien in die UNO aufgenommen. Seit 2004 ist das Land mit der NATO durch einen Individual Partnership Action Plan verbunden. In den abtrünnigen Grenzgebieten Südossetien und Abchasien schüren die Russen nationale Separationsbewegungen.

Wirtschaft

Derzeit werden noch Kohle, Mangan und Kupfer geschürft. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR erlitt Georgien zunächst einen wirtschaftlichen Kollaps, da Russland eine Wirtschaftsblockade ausübte. Mehr als eine Mio. Menschen, vor allem besser Ausgebildete, verließen das Land. Außerdem kam es in dieser Phase zu Kämpfen in Südossetien. Dadurch sank das Produktionsniveau auf ein Viertel des Niveaus von 1989. Nur durch einen Kredit in der Höhe von 206 Mio. Dollar der Weltbank und des internationalen Währungsfonds, zuzüglich eines deutschen Kredits von 50 Mio. DM, konnte sich Georgien halten. Es verfügt über einen kleinen industriellen Sektor, der Maschinen, Chemikalien und Textilien erzeugt. In der sowjetischen Ära wurden Automobilwerke angelegt und Elektroloks erzeugt. Größter Handelspartner ist die Türkei, gefolgt von Russland und Aserbaidschan sowie Deutschland. Angebaut werden Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Äpfel, Weintrauben und Tee. Der Weinbau erfolgt in kleinbetrieblicher Struktur und nach traditionellen Keltermethoden. Es wird Rinder- und Schafzucht betrieben. In den letzten Jahrzehnten konzentrierte sich das Land auf den Tourismus.

GRIECHENLAND (GR)



Fläche

131.990 km2


Hauptstadt

Athen (5 Mio. Einw.)


Währung

1 Euro = 100 Cent


Staatsform

Parlamentarische Republik


Parlament

300 für vier Jahre gewählte Abgeordnete


Religion

Christen (98%), Muslime (1,3%), sonstige 0,7%)


Einwohner

11,1 Mio.


Sprache

Neugriechisch


Gliederung

13 Regionen


Staatsoberhaupt

Präsident


Nationalfeiertag

17. November


Nationalitäten/Ethnien

Griechen (98%), sonstige (2%)


Internet www.parliament.gr


Geschichte

Um etwa 5000 v. Chr. fanden die ersten Einwanderungen aus dem Norden und aus Kleinasien nach Griechenland statt. Die kretisch-minoische Kultur verfügte bereits über eine eigene Schrift, man trieb Handel mit dem gesamten Ägaisraum bis nach Ägypten. Ab etwa 2000 v. Chr. wanderten Indoeuropäer ein. Mit etwa 1600 v. Chr. ist die mykenische Kultur zu datieren. Ab 800 v. Chr. kam es zur Gründung von Stadtstaaten auf agrarischer Grundlage. Bereits Anfang des 6. Jh. sorgte Solon in Athen für Demokratisierung und Gesetzgebung. In der klassischen Periode des 5. und 4. Jh. v. Chr. brachten griechische Wissenschaftler und Philosophen jene kulturellen Ideen hervor, die noch heute die Grundlage für das europäische Denken sind. Griechische Seefahrer befuhren das ganze Mittelmeer und verpflanzten durch Koloniengründungen ihre Ideen im gesamten Mittelmeerraum. Immer wieder von äußeren Invasionen wie etwa von den Persern von außen bedroht, behauptete Griechenland dennoch seine kulturelle Vormachtstellung. Es war aber gleichzeitig Ausgangspunkt großer Eroberungen (334–330 v. Chr.), wie jener Alexanders des Großen, der die Hellenisierung der alten Welt einleitete. Auch nach Eroberung durch das Römische Reich ab 200 v. Chr. behielten die Griechen die kulturelle Suprematie. Nach Teilung des Römischen Reiches blieb Griechenland ein byzantinisches Kerngebiet. Nach dem Vierten Kreuzzug 1204, den die Venezianer nach Konstantinopel umlenkten, fielen Teile des heutigen Griechenland an Venedig. Nach und nach eroberten die Osmanen Teile des Gebietes, schließlich wurde fast ganz Griechenland nach dem Fall von Konstantinopel 1453 dem Osmanischen Reich untertan – bis auf Kreta und Korfu, die noch unter venezianischer Herrschaft verblieben. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. begann sich eine griechische Nationalbewegung zu formieren, die vielfach von westeuropäischen Staaten, vor allem von Frankreich und England unterstützt wurde. 1821 blieb die Erhebung unter Alexandros Ypsilanti erfolgreich, Griechenland erlangte 1832 seine Selbstständigkeit. Auf Drängen der europäischen Mächte wurde Otto von Wittelsbach als König eingesetzt. Doch weil er innenpolitisch ungeschickt agierte, wurde er 1863 durch Georg I. von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg ersetzt, der sich eng an Großbritannien anschloss. Nach der Jahrhundertwende leitete Premier Eleutherios Venizelos Reformen ein, durch die Teilnahme an den Balkankriegen am Vorabend des Ersten Weltkrieges gewann Griechenland Thessaloniki, Kreta, Smyrna und Teile Makedoniens. 1917 dankte König Alexander I., der deutschfreundlich gesinnt war, ab. Premier Venizelos führte Griechenland auf die Seite der Entente. 1919 gewann Griechenland im Frieden von Sèvres Ostthrakien, verlor aber nach einem von England herbeigeführten Krieg gegen die Türkei alle Besitzungen in Kleinasien. 1924 wurde Griechenland Republik, erlebte aber ständige Krisen und häufige Regierungswechsel. Ende der zwanziger Jahre versuchte Venizelos noch einmal das Land zu stabilisieren, doch er scheiterte an der Weltwirtschaftskrise sowie seiner persönlichen Unfähigkeit. Die Folge war ein Chaos, das 1935 in eine Militärdiktatur mündete. König Georg II. wurde durch ein gefälschtes Plebiszit wieder auf den Thron gebracht, die Militärs etablierten einen Monarchofaschismus. 1940 wurde Griechenland von Italien überfallen, das damit jedoch hoffnungslos überfordert war, 1941 folgte daher der deutsche Angriff, die griechische Abwehrfront brach zusammen. König Georg II. floh mit einer Exilregierung nach Ägypten. Im Land selbst erhob sich eine spontane und breite Widerstandsbewegung, der bis 1,5 Mio. Menschen angehörten. Nach der Befreiung von den Deutschen wurde die Monarchie restituiert, doch es herrschte Bürgerkrieg mit den Kommunisten. Die von den USA unterstützte Regierung vermochte jedoch die Kommunisten auszuschalten, Rechtsregierungen kamen an die Macht. Erst zu Beginn der sechziger Jahre kam es zu einer Liberalisierung, doch 1967 putschte eine Gruppe von Offizieren und institutionalisierte ein Militärregime wie in den 30er Jahren. 1974 kam es zu einer schweren Krise mit der Türkei, da die Junta mit der sog. Enosis-Bewegung einen Anschluss Zyperns an Griechenland erzwingen wollte. Infolge der Zypern-Kriege wurde die Militär-Diktatur gestürzt und die Monarchie abgeschafft. Inzwischen ist Zypern zweigeteilt, der griechische Landesteil ist unabhängig und seit 2004 EU-Mitglied, Nordzypern ein türkischer Vasallenstaat.

Politisches System

Seit dem Jahr 1975 hat Griechenland eine 2001 novellierte Verfassung, sie enthält die üblichen Grund- und Menschenrechte – diese waren schon in der Verfassung des 19. Jh. festgeschrieben –, aber auch die Verpflichtung für den Staat, sowohl für die Gesundheit der Bevölkerung als auch für Vollbeschäftigung zu sorgen. Bei den Wahlen in die Nationalversammlung besteht Wahlpflicht. Der Staatspräsident wird alle fünf Jahre vom Parlament gewählt. Der griechische Premier verfügt über die politische Richtlinienkompetenz für sein Kabinett. Seit 1986 ist Griechenland Mitglied der EU, wobei die Zustimmung der Bevölkerung zur EU sehr groß ist. So stimmten etwa 90% der Bevölkerung für eine EU-Verfassung.

Nach wie vor das größte Problem ist das Verhältnis zur Türkei. Trotzdem bemüht sich Griechenland intensiv um eine Lösung und tritt auch für den Beitritt der Türkei zur EU ein. Außerdem gibt es einen bilateralen Streit wegen der Hoheitsgewässer, da Griechenland eine Zehn-Meilen-Zone beansprucht, die Türkei aber nur die üblichen sechs Meilen akzeptieren möchte.

Griechenland zeigte bisher auch Flagge bei allen regionalen Balkankooperationen, es nahm an Friedensmissionen teil und brachte 550 Mio. € für den Wiederaufbau der Balkanstaaten auf. Allerdings sind die politischen Positionen in Sachen Balkan eher proserbisch, und auch das Verhältnis zur früheren jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien ist nach wie vor ungeklärt. Seitens der OECD wird von Griechenland die längst fällige Reform der Arbeits- und Sozialgesetzgebung eingefordert.

Wirtschaft

In den letzten Jahren zeigte die griechische Wirtschaft, die sehr von der EU profitiert, ein kräftiges Wachstum (2005 um 3,6%), das Wachstum ist jedenfalls stärker als der EU-Durchschnitt. Aber trotzdem lag die Arbeitslosenrate bei 10,4%, das Haushaltsdefizit mit 4,3% bewegte sich deutlich über dem Stabilitätspakt der EU. Derzeit wird ein strenges Sparprogramm gefahren, 2006 sollte das Defizit unter die Drei-Prozent-Marke gedrückt werden.

Bei der Energie ist Griechenland auf Erdgasimporte angewiesen, die größtenteils über Bulgarien aus Russland kommen. Nun plant Griechenland, sich an die aus dem Kaukasus kommende Pipeline anzuschließen. Ein entsprechendes Abkommen mit der Türkei wurde bereits geschlossen. Allerdings sichert man sich auch durch die Teilnahme an der transbalkanischen Pipeline von Burgas nach Alexandropolis gegenüber der Türkei ab. Nur 42% des Energiebedarfs kommen aus dem Land selbst.

Noch ist Griechenland stark von der Landwirtschaft geprägt, wenn auch ihre Bedeutung mehr und mehr zurückgeht. Ende der neunziger Jahre waren noch 19% der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig. Angebaut werden Zitrusfrüchte, Getreide, Baumwolle, Tabak, Wein und Oliven. Griechenland besitzt etwa 133 Mio. Olivenbäume. Zumeist ist die Agrarstruktur kleinteilig, vorwiegend Familienbetriebe.

Der Fischfang kann die Nachfrage kaum decken. Eine der Ursachen ist die Überfischung der Ägäis.

Entscheidende Zuwächse erfuhr die Industrie erst nach dem Zweiten Weltkrieg, es handelt sich vor allem um verarbeitende Industrie und Bauwirtschaft. Von großer Bedeutung und traditionell ist die Konservenindustrie. In der Außenhandelsbilanz schlagen sich die Aluminiumerzeugung und die Verhüttung von Nickel positiv nieder. Der Schiffbau bringt ebenfalls Devisen. Ein Nachteil der Industriestandorte ist, dass sie sich um Athen und Thessaloniki konzentrieren, aber nicht auf das Land aufgeteilt sind; dies ist jedoch mit einem Blick auf die Topographie des Landes durchaus nachvollziehbar.

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