Die Artificials, oder Arties, standen aufrecht und drehten sich nach dem vorbeifahrenden Taxi um. Sonderbar wie leicht sie abgelenkt wurden, aber Brody glaubte, dass sie als heiße Ware in der Landwirtschaftsindustrie oft gestohlen wurden. Er stellte sich vor, wie sie ihn umzingelten und alle Knochen brachen, wenn er sie ansprach oder ihnen zu nahe kam. Brody erschauderte bei dem Gedanken, als er die Roboter-Farmer passierte und in ihre spiegelnden Glaslinsen blickte, nicht wissend, was sie dabei dachten.
Nachdem sie bemerkten, dass das Taxi weder langsamer wurde, noch anhielt, senkten sie kollektiv ihre Köpfe und schufteten stumm weiter.
Der Wagen überfuhr versehentlich das Stoppschild einer Kreuzung und bog von der rissigen Asphaltstraße in einen steinigen, zweispurigen Feldweg mit gegenüberliegenden Furchen für ankommende und abfahrende Fahrzeuge.
Brody kurbelte das Fenster herunter und zündete sich eine Zigarette an. Er wartete auf die Bitte des Taxis, sie auszumachen, aber sie kam nicht. Offensichtlich ein älteres Modell. Sie holperten noch ein paar Meilen über den Weg, bis sie schließlich Thorps lange Kieseinfahrt erreichten, auf dem ein zweistöckiges, rostrotes Bauernhaus mit Gaubenfenstern stand. Die ganze Anlage hätte einen neuen Anstrich nötig.
Sanft stoppte das Taxi an und rastete knirschend die Handbremse ein. Die Rechnung zeigte Brody einen neuen Dispo-Negativrekord von 4098 Credits. Er schnappte seine Tasche und näherte sich dem Haus, während das Fahrzeug seine einsame Reise zurück in die Stadt antrat.
Brody nahm einen tiefen Atemzug. Die Luft roch so anders. Es hatte etwas, ohne das konstante Stoßen und Ziehen der Luft auf den Straßen mit ihren hypoallergenen Filtern und dem Gestank der Abwässer zu leben. Sein Hals kratzte und seine Augen tränten, doch es fühlte sich gut an. Das erste Mal seit Jahren atmete er Allergene und Staub. Es war eine willkommene Reizung.
Brody klingelte an der Tür und hörte Schritte auf hohlem Hartholz.
Sie öffnete sich, und Thorp, um Mund und Augen sichtlich gealtert, lächelte ihn warm an. Er hatte kaum noch Haare auf dem Kopf. Übrig blieb nur eine zottelige, heufarbene Masse, die seitlich der Ohren herunterhing und im Kragen seines Flanellhemdes verschwand. Seine sommersprossige Platte reflektierte die Nachmittagssonne mit schimmerndem Glanz.
»Hey, hey, sieh einer an, wer da ist!«, äußerte er freudig und schob die Fliegengittertür beiseite.
Sie nahmen sich einen Moment zum Händeschütteln und für Smalltalk über die Anreise auf dem Weg nach drinnen. Thorps Haus roch, als hätte er erst Sekunden vor seiner Ankunft den Staubsauger ausgeschaltet. Jenseits der staubsaugerrecycelten Luft, vernahm Brody das berauschende Aroma gekochten Schinkens. Echtes Fleisch. Es war Jahre her, dass er etwas gegessen hatte, das nicht aus Plastikfolien oder Aludosen kam. Selbst die America's-Favorite-Automat-Läden, die überall in Minneapolis und St. Paul standen, boten nur Lebensmittel an, die anderenorts hergestellt, gefriergetrocknet und vakuumverpackt wurden, bereit für die Mikrowelle. Wie früher bei Muttern. Klar. Aber das hier war etwas anderes, etwas Erstaunliches. Er fühlte sich davon magisch angezogen.
»Was ist das für ein Geruch?«, fragte Brody mit großen Augen.
Sein Freund grinste und sagte, es wäre Schinken. Brody fragte sicherheitshalber noch mal nach, ob es nicht diese künstliche Pampe war, die gehackten Pilze und das Sojazeug, zusammengepresst wie Spanplatten, um daraus falschen Schinken zu machen. Es roch zu gut, fügte er hinzu.
»Nee, ist echter Schinken. Ein Typ die Straße runter züchtet Schweine.«
Brody glaubte, nicht nur in einen anderen Bundesstaat, sondern auch in eine andere Zeit gereist zu sein. Eine, von der ihm seine Großeltern erzählt hatten.
»Und, wie war das gute alte Chicago?«, fragte Thorp, als er ihn nach oben führte.
»Überfüllt«, meinte Brody. »Laut. Du weißt ja, wie es halt immer ist.«
»Tja, Großstadt eben. Du solltest dir überlegen auch hier rauszukommen und eines dieser Grundstücke zu kaufen, bevor die Bauunternehmer alles mit Highways zupflastern. Vielleicht hast du Glück wie ich, und jemand baut Leitungen darüber. Dann bist du ein gemachter Mann, mein Freund. Hark Telecom zahlt mir zehn Riesen im Monat, nur damit diese Kabel über meinem Grund verlaufen.«
»Im Ernst?« Er hatte keine Stromleitungen oder Kabel über dem Grundstück bemerkt und musste kurz nachdenken, da er sich eigentlich für einen guten Beobachter hielt. Doch oberirdisch verlaufende Stromleitungen waren in Minneapolis und Chicago ein zu normaler Anblick.
Thorp öffnete die Tür zu einem kleinen Schlafzimmer mit einem Bett und einer dreitürigen Kommode. Mit einladender Geste bat er ihn hinein.
Brody schaute sich um und stellte seinen Koffer ab.
»Kaffee?«, fragte Thorp.
Er nickte.
»Ich setz welchen auf. Fühl dich wie zu Hause. Ich führe dich herum, sobald du angekommen bist«, sagte er und stapfte wieder nach unten.
Brody legte seine Cabanjacke ab und wechselte zu Jeans und Sweatshirt.
Im Badezimmer zeigten rote Ziffern ihr hässliches Antlitz. 02:59:59. Er seufzte. Die Linsen musste er früher aufladen als erwartet. Er hatte einige, fast leere Batterien dabei. Brody wusste, er würde den Urlaub genießen, allerdings mit ständiger Sorge um Geld und die Frage, ob er erst in ein paar Monaten wieder Farbe sähe. Er entschied, die Linsen bis zur letzten Sekunde zu tragen. Er hatte Thorp lange nicht gesehen und wollte seinen Aufenthalt mit all den Farben so lange wie möglich auskosten.
Er ging die Treppe runter, um Schinken und frischen Kaffee zu riechen. Als er in die Küche kam, sah er, wie sein Freund mit einem Handschuh die Kaffeekanne vom Ofen nahm und in einen Dreifuß auf den Tresen stellte.
»Hast ein echt schönes Haus hier.«
»Danke«, sagte Thorp, offensichtlich abgelenkt durch die Pfanne, von deren Oberfläche er fleißig Schinken kratzte.
Brody blickte zu den Wänden. An ihren Seidenbändern festgenagelte Orden, ein paar gerahmte Plaketten, einige Fotos ihrer Einheit. Er sah sich und Thorp nebeneinander in der Mitte, die Arme um die Schulter des anderen gelegt, Zigarren in den Mundwinkeln. Die Bilder waren auf herkömmlichem Papier gedruckt, die Ränder verpixelt und die Farben durch offenkundig zu wenig blaue Tinte verfälscht. Die Männer auf dem Foto schienen gelbe Tarnkleidung zu tragen und ihre Gesichter waren röter, als die ägyptische Sonne es je hätte schaffen können, ohne sie buchstäblich … zu grillen.
Der Gedanke kam hoch, bevor er ihn abfangen konnte, und er zwang sich an etwas anderes zu denken. Brody richtete seinen Fokus auf das Bild, auf die Männer, bevor sie bei lebendigen Leib verbrannten, auf die Menschen, die sie einst waren. Es wurde am Tag vor dem Hinterhalt in einer Gasse aufgenommen. Sie hatten die Nachricht erhalten, dass sie nach ihrem letzten Einsatz in diesem Stadtviertel nach Hause könnten. Sie feierten zu früh, unwissend, blind für das Schicksal, das ihnen den kommenden Tag auf ewig ins Gedächtnis brannte. Für Brody war es doppelt schlimm gewesen, denn seine Blindheit hatte auch Wochen nach der Tragödie angehalten.
Er musterte sein Abbild. Jung, Bürstenschnitt, lächelnd mit einer Zigarre, als hätte er einen Grund zur Freude gehabt, einen Sieg errungen. Er wollte nähertreten und sein vergangenes Selbst einen Narren nennen. Dieses Kind mit der Körperpanzerung, das sein Sturmgewehr hielt wie ein Held, nichts ahnend des Unglücks, das es wenige Stunden später ereilen würde.
Brody wollte Thorp fragen, ob er jemals über diesen Tag nachgedacht hatte, ließ es aber bleiben. Es war eine dumme Frage. Natürlich hatte er das. Brody wusste, dass ihn die Ereignisse wahrscheinlich mehr beschäftigten als ihn. Er ging von dem Foto weg und blinzelte die Erinnerungen fort.
»Ganz allein hier draußen?« Brody nahm am Küchentisch Platz. Es war keine schwere Einschätzung. Das Haus war eindeutig von einem Mann eingerichtet worden. Keine Vorhänge, nur Jalousien, keine gerahmten Bilder, außer die der Soldaten. Bis auf einen Hirschkopf an der Wand gab es im Wohnzimmer keine Dekoration.
»Ja«, sagte Thorp, noch immer mit dem Schinken kämpfend, der in der Pfanne festklebte. »Ich hab ein Profil auf ein paar Websites, in dem steht, dass ich Single mit einem großen Gehöft nur für mich und einem festen Einkommen bin. Aber keine beißt an. Ich denke, die jungen Frauen wollen sich erst in der Stadt austoben, bevor sie mit einem alten Sabbelkopf wie mir in den Ruhestand gehen.«
Brody lächelte. »Stört's dich, wenn ich rauche?«
»Überhaupt nicht. Scheiße, du kannst sogar eine von meinen Zigarren haben, wenn du willst. Das Gute an Illinois ist, hier darf man noch rauchen. Ich weiß nicht, wie du es in Minnesota aushältst mit dieser gottverdammten Nichtraucher-Initiative«, sagte er, in einer Hand die Pfanne haltend, mit der anderen den Pfannenheber unters Fleisch keilend. Mit Schweiß auf den Augenbrauen blickte er über seine Schulter. »Kann man wenigstens auf dem Bürgersteig rauchen?«
»Kann man, aber wenn ein Bulle vorbeikommt, kassiert man böse Blicke.« Brody verzichtete auf die Zigarren seines Freundes und rauchte lieber eine seiner Zigaretten. »Die warten nur auf dieses Gesetz, dann können sie dir eins über den Schädel ziehen, sobald du dir eine ansteckst.«
Thorp bekam den Schinken endlich frei, der beinahe aus der Pfanne flutschte. »Brr!«, äußerte er laut, als sattelte er ein ungehorsames Pferd. Er legte die dampfende Scheibe echten Fleisches auf einen Keramikteller und brachte ihn zum Tisch. Dann öffnete er den Kühlschrank und belud seine Arme mit drei Sorten Senf, einer Salzmühle, einem Becher Margarine und einen Stapel Brotscheiben. »Bier?«
»Ja, bitte. Soll ich dir was abnehmen?«, fragte Brody und stand auf, als er sah, dass die vielen Sachen vor Thorps Brust fast runterfielen.
»Nein, nein, du bist hier Gast. Ich hab's schon.« Er legte alles auf den Tisch und setzte sich.
Sie aßen gebratenen Schinken und Brody probierte alle drei Senfsorten, die Thorp selbst gemacht hatte. Die meiste Zeit schwiegen sie dabei.
Nach dem Essen nahm Brody seine Bierflasche und sah aus dem Fenster hinter Thorp. Die Artificials arbeiteten nun auf dem Stück Land direkt vor der Straße. »Hast du welche von denen?«
Thorp legte seinen Arm über die Rückenlehne und drehte sich kurz um. »Nein. Und der Besitzer dieser gottverdammten Dinger sollte lernen, seine Grundstücksgrenzen besser zu programmieren. Vergangene Woche ging ich vor die Tür und sah, wie die meinen Garten auseinanderpflücken. Ich musste zu ihm nach Hause und ihn die Dinger abstellen lassen, denn als ich auf sie zulief, auf meinem Grundstück wohlgemerkt, drehten sie sich alle um und hoben die Arme, als wollten sie mich zu einem Ringkampf herausfordern.« Thorp nahm einen großen Schluck seines Flaschenbiers, das er offenbar auch selbst gebraut hatte. »Wenn er nicht Schweinekoteletts und Schinken liefern würde, hätte ich mir diesen Kerl vorgenommen. Vielleicht gehe ich morgen mal vorbei und frage, ob er ein paar Vögel loswerden will.«
»Was baust du da draußen eigentlich alles an?«
»Cranberrys, hauptsächlich. Auch ein paar Karotten. Kartoffeln, Erdbeeren, Sonnenblumen. Worauf ich dieses Jahr Lust hab. Das meiste baue ich für mich selber an, auch wenn ich nicht alles verbrauchen kann, bevor es verdirbt.« Er langte nach dem Zigarrenbefeuchter auf dem Tresen und nahm eine dicke Zigarre heraus. »Hier, ich will dir was zeigen.« Er öffnete die stark getönte Glasschiebetür, die zum hinteren Garten führte.
Was Brody zunächst für Metallskulpturen hielt, waren umgedrehte Wracks alter Militärfahrzeuge, aufgereiht wie Hecken. Er erkannte bestimmte Modelle der Darter-Truppentransporter und der Terrapin-Geländewagen. Große Löcher klafften in ihnen, als hätte ein Hai in ihr metallenes Fleisch gebissen. Teile fehlten, und anstelle der Ruder zierten rußige, amputierte Noppen die Darter. Brody empfand Mitleid für seinen Freund, als er ihn durch den Garten führte und seine Kollektion präsentierte.
»An den hier erinnerst du dich noch, oder?«, fragte Thorp und deutete auf einen Darter.
Benannt nach den Arten der Heidelibellen, ähnelte das Fluggerät an manchen Stellen einem überproportionierten Insekt. Knolliger Kopf mit vier Sitzen für zwei Piloten und zwei Schützen. Der Bauch konnte zehn Meter für eine Einheit Soldaten ausgefahren und wie ein Akkordeon zusammengezogen werden, um ein kleineres Ziel darzustellen. Die vier hinteren Flügel aus einer leichten Titanmembran fungierten als Solarzellen, wenn das mechanische Tier ruhte. Die beiden Plätze für die Wachposten waren bei der Stilllegung mit Metallplatten zugeschweißt worden.
Die Heckrampe des Rumpfes stand offen und Brody bückte sich, um hineinzuschauen. Der beengte Innenraum war kleiner, als er es in Erinnerung hatte. Die Schoßbügel ragten hoch, die Sicherheitsgurte baumelten im Wind. Es roch nach Desinfektionsmittel, Schlamm und Schießpulver. Er stand auf und versuchte, einen Seufzer zu ersticken. Das war nicht, was er sich unter dem Besuch eines alten Freundes vorstellte. Er fühlte Phantomschmerzen an Rücken und Brust, den schrecklichen Schlag eines entflammenden Körpers, spürbar selbst durch eine Panzerung, das Rattern und die Hitze eines Gewehrs, das in seinen Armen vibrierte und gegen seine Schulter schlug. Ein unvorstellbares Blutbad.
»Hab ich nach dem Krieg bekommen. Die haben es online für einem Spottpreis verkauft. Das da ist größtenteils noch intakt und das andere hier war noch günstiger, weil es, wie du siehst, nicht ganz so gut in Schuss ist. Ist eine Art Hobby von mir.«
»Beeindruckend«, meinte Brody, wissend, dass sein Freund Bestätigung suchte.
Thorp deutete mit dem Bier in Richtung der Hügel auf der anderen Seite des Grundstücks. Sie schlenderten unter die Schatten der Weiden und liefen an einer Scheune vorbei. Durch die offenen Tore bemerkte Brody ein paar Pferde in ihren Ställen. Am Ende des Hügels konnte er Thorps Felder überblicken. Er sah auf den fruchtbaren braunen Boden, der kürzlich umgepflügt worden war.
Das Land war in verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Nutzpflanzen aufgeteilt. Die langen Sonnenblumenhälse stießen in der Brise des Windes gegeneinander. Hinter den ersten Feldern lag das Moor mit den Cranberrys. Es schien ein gewöhnlicher Teich zu sein, doch an einer Seite entdeckte Brody karminrote Perlen. Die Beeren wurden von einem Pferch zusammengeschraubter Bretter gehalten und wirkten wie eine Koralle.
Selbst aus dieser Entfernung konnte Brody die Karotten in den umgedrehten Glaspflanzgefäßen am äußeren Rand des Grundstücks erkennen. Ihre helle Haut erinnerte ihn an das Weiß seiner Augen. Trotz seiner Bemühungen dachte er daran, dass er den Großteil seines Besuchs nur schwarz-weiße Polygone und Pixel wahrnehmen würde. Er betrachtete die wunderschöne Szene der Kulturpflanzen und versuchte, sich so viel Landschaft und Farbe einzuprägen wie möglich.
Eine Weile standen sie still da und schweiften mit ihren Blicken über das Land. Bald merkte Brody, dass Thorp in eine nachdenkliche Stimmung geriet. Er ging darauf ein, auch wenn er nicht ausführlich über das Militär reden wollte. Er nahm einen Schluck Bier, ließ es auf der Zunge prickeln und wartete auf das unvermeidliche Gespräch.
»Es ist eine Schande, was wir durchmachen mussten. Und wie es das ist.«
»Ja«, sagte Brody und trat gegen unsichtbare Steine.
»Wir hätten diese Dinge nicht sehen sollen. Besonders in unserem Alter. Mann, wir waren echt jung. Haben den Scheiß da drüben gemacht und Befehle von Typen entgegengenommen, die wahrscheinlich selbst keine Ahnung hatten, was zur Hölle sie taten.« Thorp machte eine nachdenkliche Pause. »Kompletter Schwachsinn«, meinte er dann in einer Konversation mit sich selbst.
Brody blieb still und nickte an den richtigen Stellen.
Nachdem Thorp bis zur Erschöpfung über den Militärdienst gequatscht hatte und allmählich ruhiger wurde, fühlte sich Brody unhöflich und wollte etwas beitragen. »Ich bin froh, dass das alles hinter uns liegt.«
Thorp antwortete nicht, nickte nicht, tat für einen Moment gar nichts. Er wandte sich ihm zu, die Augen durch die untergehende Sonne verengt.
Brody schwante Unangenehmes. Zweifellos würde sein Freund jetzt etwas ansprechen, das ihm schon lange auf dem Herzen lag und sie würden weinen oder eine stundenlange Unterhaltung über ihre Erlebnisse führen. Brody hatte weder Lust auf das eine noch das andere. Er wollte etwas Zeit außerhalb der Stadt verbringen, vielleicht fischen oder jagen, wie im Telefonat versprochen, und nicht die Geister seiner Probleme besuchen.
Thorp kaute auf seiner Lippe. Ein paar Sekunden starrten sie einander an, während die Grillen um sie herum ihr zirpendes Konzert spielten. Brody wartete. So gut er konnte, versuchte er, ruhig zu bleiben.
Dann sagte Thorp: »Meine Schwester ist zum Militär gegangen.«
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