Aus dem Amerikanischen übersetzt von Frank Rosenbauer
»Bleibt bei den Pfeilen, ich wechsle zu den Kugeln!«, rief einer der gepanzerten Männer.
Das war für Brody das Zeichen, sich hinter die Wand der Bürozellen zu ducken. Er hörte das Klappern des Magazins, als die Wache auf scharfe Munition umstellte.
Thorp ignorierte das Gas und richtete sich mit Tränen, die seine Wangen hinunterliefen und vom Kinn tropften, auf, um zu schießen. Mit dem Arm wischte er über die geröteten Augen.
»Die schießen scharf!«, rief Brody Thorp zu. Eine Rauchgranate wirbelte in seine Richtung. Er trat sie weg und hörte sie bedrohlich zischend über den Boden gleiten.
Die gedämpften Gewehrsalven klangen auf einmal anders, dichter, fleischiger. Die Kugeln schlugen mit größerer Wucht in die Wände der Zellen ein. Über ihm war die Luft erfüllt von Sägespänen und Teilen halb verbrannter Wandbekleidung.
Brody blieb in seinem Versteck und fühlte sich nutzlos, während er seine Franklin-Johann in Händen hielt.
Thorp sah, wie er sich die tränenden Augen rieb. »Die werden uns verflucht noch mal töten! Du musst zurückschießen!«
Brody schüttelte den Kopf.
Thorp ging in Deckung und schrie ihn verzweifelt an: »Du nimmst jetzt deine verdammte Seitenwaffe und schießt, Soldat!«
»Ich kann nicht.«
This Translation is published by arrangement with Medallion Press
Title: KNUCKLEDUSTER. First Published by Medallion Press, 2013.
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Diese Geschichte ist frei erfunden. Sämtliche Namen, Charaktere, Firmen, Einrichtungen, Orte, Ereignisse und Begebenheiten sind entweder das Produkt der Fantasie des Autors oder wurden fiktiv verwendet. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Personen, lebend oder tot, Ereignissen oder Schauplätzen ist rein zufällig.
zweite überarbeitete Ausgabe
Originaltitel: KNUCKLEDUSTER
Copyright Gesamtausgabe © 2020 LUZIFER-Verlag Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Cover: Michael Schubert
Übersetzung: Frank Rosenbauer
Dieses Buch wurde nach Dudenempfehlung (Stand 2020) lektoriert.
ISBN E-Book: 978-3-95835-149-3
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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Inhaltsverzeichnis
Lorie Jones, Emily Steele und das ganze Team von Medallion Press. Nie zuvor habe ich so engagierte Menschen getroffen, die solch Begeisterung und Liebe für das zeigen, was sie tun. Und meine Frau, die mich auf jedem Schritt und in jeder Phase begleitet hat.
—A
Künstliches Licht fiel durch ein dichtes Gewirr aus Kabeln und Leitungen auf den Mann mit den orange verfärbten Augen. Der Türsteher sah zu, wie er eine Zigarette nach der anderen rauchte, da es sonst nicht viel zu sehen gab. Als er auf die Uhr seines Handys schaute, tat der Türsteher dasselbe.
Um zehn vor elf steckte der Mann das Handy in die Tasche seiner Cabanjacke, trat seine Zigarette mit dem Stiefel aus und marschierte über die zugemüllte Allee. Es gab keine Schlange, darum ging er direkt zum Türsteher und rief über den markerschütternden Bass, der durch die Eingangstüren drang. Es war der Sound des Tages: einsame Cowboy-Countrymusik mit unpassend eingestreutem Schlagzeug. »Wie viel?«
»Zehn«, antwortete der stark tätowierte Türsteher zum hundertsten Mal an diesem Abend. Als der Mann seine ID-Karte hervorholte, musterte er ihn. Hoch aufgeschlossen, gebaut wie ein Basketballspieler. Kurz geschnittenes, schlammbraunes Haar mit einer Welle vorn, gekrümmt durch eine Tolle. Ein langes, schmales Gesicht mit grob gewachsenem Wochenbart. Vertraut.
Es dauerte einen Moment, bis sich der Türsteher an letzten Monat erinnerte. Der Mann war schon mal hier gewesen, hatte Fragen gestellt, einen Kampf begonnen und jemanden halb totgeprügelt. Welche Waffe benutzte er noch mal? Unter diesem Namen war sie allen bekannt. Totschläger? Reifenmontierhebel? Socke voller Münzen? Nein, er benutzte seine Faust, gepanzert mit schwarzem Metall über den Fingern, einen Schlagring. Aber er bildete auch den Mittelteil seines Namens, wie beim Spitznamen eines Schwergewichtskämpfers. Irgendwas ›Knuckleduster‹ irgendwas.
›Irgendwas Knuckleduster irgendwas‹ hielt ihm sichtlich ungeduldig seine ID-Karte hin.
Der Türsteher zog sie mit den tätowierten Händen durch sein Gerät und wartete, bis der Bildschirm etwas anderes, als eine Sanduhr anzeigte. Bevor ein Piepen die Abbuchung des Eintrittsgeldes bestätigte, traf ihn der Stoß einer Erinnerung.
Er sprang vor und versperrte dem Mann mit ausgestreckter Hand den Weg. »Hey, Kumpel, wir wollen heute Abend keinen Ärger. Hier sind eine ganze Reihe Typen, die nur abschalten und nicht gestört werden wollen, okay? Außerdem bist du nur einer und die sind Gott weiß wie viele. Glaubst du wirklich, es wär 'ne gute Idee hier Stress zu machen?«
Der Mann stand nur da. »Was hat Ihnen das Ding gesagt?«, fragte er kurz darauf und nickte in Richtung des Gerätes.
Der Türsteher blickte ihm in die Augen, die er nun aus der Nähe betrachten konnte. Er sah einen dunkelbraunen Farbton und noch etwas, bei dem er sich vorher nicht sicher gewesen war. Das Weiß erschien leicht in der Farbe einer Kürbisschale. Unheimlich.
Der Mann wiederholte seine Frage, was das Gerät ihm gesagt hätte, diesmal langsamer.
»G-Gar nichts«, stotterte er und wich den fixierenden Augen aus. »Der Boss wollte nicht die guten Geräte kaufen. Die hier ziehen nur Zehner ab und überprüfen, ob Sie mindestens einundzwanzig Jahre oder älter sind.« Er schüttelte das Gerät, als könnte er die Technik dadurch verbessern. »Und es sagt mir auch nicht, wer hier reingeht.« Er merkte, dass er zu viel redete und hielt die Klappe.
»Wenn ich wissen wollte, ob ein Freund von mir heute hier ist, könnten Sie es mir nicht sagen?«
»Nein.«
»Und wenn aus irgendeinem Grund heute was passiert …«
»Der Boss sagt, das ist ein Ort, an dem sich die Leute nicht beobachtet fühlen sollen«, antwortete der Türsteher und zitierte dabei den Barbesitzer und seine Vision für diesen speziellen Laden Wort für Wort. Er brauchte eine Sekunde, ehe er begriff, was der Mann mit der Frage angedeutet hatte. Er wollte gerade den Mund öffnen und eine Lüge ausspucken, um seine Spuren zu verwischen, da wurde er auch schon unterbrochen.
»Ich will nur einen Drink«, sagte der Mann mit tiefer, gleichmäßiger Stimme.
»Sie sind nicht hier, um jemanden aufzumischen? Sie haben den Kerl vor einem Monat fast getötet.« Er erinnerte sich an die blutige Szene, wie der Typ auf einer Liege herausgerollt wurde, Arm gebrochen, Kiefer zertrümmert. Hässliche Sache.
Er lächelte, zeigte dabei seine hohen, geraden Zähne und schüttelte den Kopf. »Nur ein kurzer Drink, dann bin ich weg. Pfadfinderehrenwort.«
Natürlich konnte der Türsteher jeden abweisen, den er nicht in der Bar haben wollte. Aber die Zeiten waren hart und sein Boss hatte ihm die Anweisung gegeben jeden reinzulassen, der nicht nackt war oder mit Glasscherben Symbole in den Körper ritzte. Zur Hölle, lasst auch die Bekloppten rein, die bringen Stimmung. Er gab dem Mann seine ID-Karte zurück.
»Na schön«, sagte er und ballte eine Faust mit ausgestrecktem Daumen. Er zeigte über seine Schulter und trat zur Seite. »Gehen Sie weiter. Aber wenn Sie hier irgendeinen Scheiß mit jemandem anfangen, wandern Ihre Schlagringe in meine Tasche.«
»Darauf können Sie einen lassen.« Wie-auch-immer-sein-Name-wargrinste und ging hinein.
Der Laden war voll und der Lärm überwältigend, konnte klaustrophobische Gefühle hervorrufen. Ohne Atempause ging ein Song in den anderen über. Schwere Klubmusik mit obszönen Texten, gefolgt von weiteren Country-Remixes.
Brody studierte die sich stetig verändernde Masse Tänzer unter den Stroboskoplichtern, farbigen Laserschwaden, die über ihre schweißnassen Körper schnitten. Die Lichter und konstanten Bewegungen der fuchtelnden Menge vermittelten den Eindruck eines schwankenden Gebäudes in einer endlosen Spirale der Schwerelosigkeit, in der die Leute nicht tanzten, sondern um Stabilität auf wackligem Untergrund kämpften.
Brody stand an der Rückwand, weitab der Tanzfläche, und sah der Menge fünfzehn ohrenbetäubende Minuten lang zu. Er machte sich mit der Örtlichkeit vertraut, schaute nach den Ausgängen, der Position des Personals. Von jedem Besucher nahm er so viele Details wie möglich auf und glich sie mit dem Wenigen ab, dass er über Jonah Billingsly wusste. Er hatte eine sehr grobe Beschreibung erhalten, irgendwas über ein altes Tattoo, das zu einem chaotischen Fleck verblichen war. Er kannte auch die Taten des Mannes, aber wer sah schon wie ein misshandelnder Freund aus?
На этой странице вы можете прочитать онлайн книгу «KNUCKLEDUSTER», автора Andrew Post. Данная книга относится к жанрам: «Триллеры», «Исторические приключения».. Книга «KNUCKLEDUSTER» была издана в 2021 году. Приятного чтения!
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