Ich schaffte es, die Straße zu überqueren, ohne irgendwelche Verkehrsstörungen auszulösen, und kämpfte mich dann, sehr mühsam wegen meiner blöden Beine, die Promenade entlang bis zu dem alten viktorianischen Musikpavillon, der schon immer eines meiner Lieblingsplätzchen war, wenn es stürmte. Neben dem Pavillon, auf der seezugewandten Seite, stand ein solider Holzunterstand, von dem man hinaus aufs Meer blickte. Ich war ziemlich sicher, dass die Bank im Innern weit genug hinten stand, um den Insassen Schutz vor dem schlimmsten Wetter zu bieten. Durchgepustet und durchnässt, wie ich war, schleppte ich mich keuchend in den Unterstand, immer noch mit der Hand die Regenkapuze vor dem Gesicht zusammenkneifend, und ließ mich, so schwer, wie es einem Federgewicht wie mir möglich ist, triefend und zerzaust auf die Bank niederfallen. Ich schob mir die Kapuze zurück in den Nacken, blinzelte gegen die Feuchtigkeit in meinen Augen an und schüttelte meine Haare aus. Dabei fiel mein Blick nach links, und plötzlich bemerkte ich einen dunklen Schatten drüben auf der anderen Seite des Unterstandes. Ich war nicht allein. Was für ein Schreck! Ich glaube, ich habe sehr hörbar aufgeschrien.
Am anderen Ende der Bank saß ein Mann.
Menschen sind schon komische Geschöpfe, nicht wahr, Jack? Ich jedenfalls. Der Gedanke, aufs Meer hinausgetrieben oder von einem Bus überfahren zu werden oder mich mit Tabletten vollzustopfen, bis Bewusstlosigkeit und Tod mich überkommen – das alles schienen mir akzeptable Mittel zu sein, um den Schmerzschalter auf »Aus« zu stellen. Aber mich hier plötzlich allein einem fremden Mann gegenüberzusehen, an einem Ort, wo nicht damit zu rechnen war, dass irgendein anderer Mensch auftauchte, das ließ mir die Angst in alle Glieder fahren. Wenn schon, dann wollte ich meinem Leben selbst ein Ende machen, meine Güte. Von jemand anderem gemeuchelt zu werden, davon war bei der Brainstorming-Sitzung nie die Rede gewesen, nicht einmal als winzige Fußnote ganz unten in der Ecke der Flipchart.
Mein erster Gedanke war, mich schleunigst aus dem Staub zu machen. Das tat ich aber nicht, und zwar aus drei Gründen. Erstens konnte ich das gar nicht. Ich bin schon seit Jahren nicht mehr in der Lage, mich schleunigst irgendwohin zu bewegen. Zweitens, wer weiß, was ich damit auslöste, wenn ich mich jetzt bewegte? Womöglich würde er aufspringen und mich packen. Mein dritter Gedanke war, dieser Mann, wer immer er auch war (mehr als den schattenhaften Umriss einer männlichen Gestalt konnte ich nicht erkennen), konnte keinesfalls damit gerechnet haben, mitten im Januar während eines fürchterlichen Wolkenbruchs in einem Unterstand am Strand von Eastbourne Gesellschaft zu bekommen. Ich war diejenige, die hier plötzlich aufgetaucht war. Ich war der Eindringling. Trotzdem saß mir die Angst im Nacken, so sehr, dass mir nichts anderes einfiel, als mich wie eine Bilderbuch-Engländerin zu benehmen.
»Guten Abend«, sagte ich höflich. Ich sprach laut gegen die brausende Kakophonie des Windes an und gab mir alle Mühe, das Zittern in meiner Stimme zu unterdrücken. »Ich hoffe, ich störe Sie nicht.«
Als ich das sagte, wandte er den Kopf langsam in meine Richtung. Obwohl ich keine Einzelheiten in seinem Gesicht erkennen konnte, begann meine Furcht von diesem Moment an zu verfliegen. Keine Ahnung, warum. Ich weiß nur, dass der Haarkranz um seinen Kopf … eine gute Form hatte. Ich weiß, jetzt lachst du mich bestimmt aus, Jack. Lach nur, aber es war so. Er hatte eine ausgesprochen gute Form.
»Überhaupt nicht«, sagte er. »Es ist ein Vergnügen, etwas Gesellschaft zu haben. Es tut immer gut, einen anständigen Sturm mit anderen zu teilen.«
Seine Stimme, Jack. Voll, warm, beruhigend. Die Stimme eines gereiften Mannes, schätzte ich. Vielleicht Mitte sechzig. Ich hatte es ja schon immer mit Stimmen. William hatte eine wunderschöne Stimme, es sei denn, er war sauer und brüllte. Die Stimme dieses Mannes lud mich ein, dazuzugehören. Sie deutete an, dass ich bereits dazugehörte. Wir waren eine Gemeinschaft. Hört sich das lachhaft an? Ist es auch. Aber es war so. Wie schafft man das mit ein paar Worten? Ich seufze, während ich dies schreibe.
»Sind Sie von hier?«, fragte ich.
»Eigentlich nicht«, erwiderte er. »Ich habe das Glück, ein kleines Landhäuschen zu besitzen, ein paar Meilen von Wadhurst entfernt, ungefähr zwischen Hastings und Tunbridge Wells. Und Sie?
»Also, ich – ach, wissen Sie, würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich etwas näher rücke, damit ich nicht so brüllen muss?«
»Warten Sie, ich rücke hinüber.«
Das hätte ein bisschen beunruhigend sein können, nicht wahr, Jack? War es aber nicht. Er rutschte ein paar Handbreit näher, lehnte sich auf der Bank zurück und streckte seine Beine vor sich aus.
»Besser?«
»Viel besser, danke. Ich habe eine Wohnung drüben auf der anderen Straßenseite, nur ein kleines Stück von hier. Eine sogenannte Gartenwohnung. Ein winziger Garten. Keine Treppen. Ich kann ein paar Schritte gehen. Es war ziemlich anstrengend für mich, jetzt hier herunterzuhumpeln. Aber Treppensteigen ist nichts mehr für mich.«
Er nickte langsam, sagte aber nichts mehr. Also beschloss ich weiterzureden:
»Dann sind Sie geschäftlich in Eastbourne? Oder besuchen Sie jemanden?«
»Weder noch. Ich mache hier Urlaub.« Er deutete mit einer Hand über seine Schulter nach hinten. »Eine Woche im Sheldon am Burlington Place. Sehr schönes Frühstück. Die bereiten es dort so zu, als wollten sie es selbst essen. Und das Wichtigste, der Kaffee ist gut.«
Ich überlegte.
»Sie machen im Januar in Eastbourne Urlaub? Haben Sie Familie oder Freunde hier?«
Er schmunzelte.
»Nein, auch das nicht – außer Ihnen, hoffe ich. Sie scheinen sehr nett zu sein. Ich war noch nie in Eastbourne. Und was den Urlaub im Januar angeht – nun ja. Ich habe wohl eine Schwäche für trübes Wetter. Hat wahrscheinlich damit zu tun, wie ich aufgewachsen bin. Wir alle vermissen hin und wieder auch das Trostlose. Ist das Nostalgie? Nein, nicht nur. Eine Rückkehr zu den Wurzeln vielleicht? Was auch immer, im Winter am Meer zu sein ist in einem solchen Fall genau das Richtige, finden Sie nicht? Wobei ich zugegebenermaßen ein erbärmlicher Schummler bin. Ich stehe nur zeitweise auf trübes Wetter. Im Sheldon ist es gemütlich warm, und die Handtücher sind dick und flauschig. Jede Menge brühheißes Wasser. Da lohnt sich ein Spaziergang im Sturm allein für das Vergnügen, wieder zurückzukommen.«
»Dann fiel Ihre Wahl rein zufällig auf Eastbourne?«
»Zufällig? Nein, überhaupt nicht. Ein Freund hat es mir empfohlen. Mein Freund George. Er kommt öfter hierher.«
Einen Moment lang kam es mir so vor, als ob er in der Dunkelheit mein Gesicht musterte.
»Erzählen Sie mir etwas von sich. Sie haben völlig recht. Es ist ein bisschen seltsam, im Winter Urlaub am Meer zu machen. Aber nicht so seltsam wie das, was Sie gerade getan haben. Was war so wichtig, dass Sie sich durch dieses scheußliche Wetter bis hierher durchgekämpft haben? Auf diesen mörderischen Stufen da oben hätten Sie leicht Schiffbruch erleiden können. Und niemand hätte es gemerkt. Ich bin froh, dass Sie gekommen sind. Es ist ein Vergnügen, Sie kennenzulernen. Aber für diese Expedition muss es doch bestimmt einen sehr guten Grund gegeben haben.«
Da habe ich ein bisschen die Nerven verloren, Jack. Ich war völlig baff, oder wie auch immer man das heutzutage ausdrückt. Ich hatte keine Ahnung, was ich darauf antworten sollte. Also flunkerte ich. Ich sagte das, wovon ich mir wünschte, dass es die Wahrheit wäre.
»Das weiß ich selbst nicht so genau. Ich habe den ganzen Tag über drinnen gehockt. Da wollte ich mich vor dem Abendessen noch ein bisschen durchpusten lassen und habe es meinem Mann überlassen, das Essen fertig zu machen, und bin einfach – herausgekommen. Er sagte zwar, ich solle lieber nicht gehen, aber ich fürchte, ich bin ein ziemlicher Sturkopf. Mir war gar nicht bewusst gewesen, wie scheußlich es hier draußen ist. Als ich dann beim Musikpavillon ankam, beschloss ich, mich hier erst einmal ein paar Minuten lang unterzustellen, bevor ich mich auf den Rückweg durch Regen und Wind mache. Und wo wir gerade davon sprechen …« Ich hob mein linkes Handgelenk und starrte lächerlicherweise in die Richtung meiner nicht vorhandenen Armbanduhr. »Ich muss dann mal los. William wundert sich bestimmt schon, wo ich bleibe.«
»William.«
»William ist mein Mann.«
»Ich glaube, der Wind hat sich ein bisschen gelegt. Darf ich Ihnen meinen Arm anbieten und ein bisschen helfen, wieder hinauf auf die Straße zu kommen?«
»Oh! Oh. Ja. Vielen Dank. Ja. Ich bedanke mich herzlich …«
»Verraten Sie mir Ihren Namen?«
»Ich heiße Alice. Und Sie?«
»Doc. Sie können mich Doc nennen.«
Jack legte das A4-Blatt neben seine Kaffeetasse auf den Tisch und rieb sich mit beiden Händen das Gesicht. Er brauchte ein paar Augenblicke, um seine Empfindungen über das, was er erfahren hatte, zu sortieren. Alices Versuch, ihre Haltung zu seinem Glauben zu erklären, hatte ihn erschüttert. Wie hatte sie noch geschrieben?
»Du bist ein Schatz, was immer Du auch glaubst …«
Was sollte das heißen? Was für einen Reim sollte er sich darauf machen?
Doch vor allem die Nachricht, dass seine Großmutter ihrem Leben ein Ende hatte machen wollen und aus irgendeinem Grund bei ihm keine Hilfe gesucht hatte, traf ihn tief und erschreckte ihn auf einer sehr elementaren Ebene. Jack hatte sich nie mit der wortlosen, unausweichlichen Botschaft dieses Aktes auseinandersetzen müssen. Nun jedoch konnte er sie spüren.
»Ihr Leute, denen etwas an uns liegt. Ihr Angehörigen und Freunde und Liebhaber, die ihr uns ins Herz geschlossen habt. Ihr seid nicht genug. Wärt ihr genug, so würden wir bleiben. Wir gehen, und ihr werdet nur durch Zufall herausfinden, dass wir gegangen sind.«
Es war eine harte Logik.
»Ach, Oma!«, flüsterte Jack in seine Hände hinein. »Ich glaube, dir ist nie klar gewesen, wie sehr ich es brauchte, dass du mich brauchtest. Ich hätte es dir sagen sollen. Und du hättest es mir sagen sollen. Du hättest es mir wirklich sagen sollen …«
Er schaute wieder auf das Blatt, das vor ihm lag. Offensichtlich war die ganze Sache mit dem Suizid vorbeigegangen. Oma war eines natürlichen Todes gestorben. Das wusste er. Aber was hatte es mit diesem Vielleicht-würdest-du-es-Glauben-nennen-Erlebnis auf sich und mit diesem fremden Mann, dem sie mitten in einem Unwetter begegnet war? Und was, so fragte er sich, als er wieder zu Alices Brief griff, wollte sie ihm vorschlagen, das er vielleicht tun sollte?
Er kam kaum hinterher. Die Gedanken seiner Großmutter liefen meistens nicht in besonders geraden Bahnen, um es milde auszudrücken.
Jack steckte seinen Schlüssel in die Tasche, raffte den Umschlag und die Briefbögen zusammen, zahlte an der Theke seine Rechnung und ging auf sein Zimmer im zweiten Stock. Dort, in der geordneten Zurückgezogenheit, die nur in einem doppelt verriegelten Hotelzimmer zu finden ist, nahm er sich einen Whisky aus der Minibar und machte es sich an dem Fenster bequem, das laut Broschüre einen »Seitenblick aufs Meer« bot. Dieses Extra verteuerte den Zimmerpreis pro Nacht um zehn Pfund, aber Jack fand, dass sich jeder Penny dafür lohnte. In diesem behaglichen Erker fühlte er sich paradoxerweise viel näher an der dunklen, wogenden See und dem verlassenen Strand, den anderen verirrten Seelen und dem hoch aufragenden Beachy Head weit drüben im Westen.
Er nahm den Brief seiner Großmutter zur Hand und las weiter:
Und so marschierten wir los, Jack, ich wieder total vermummt und er mit hochgeschlagenem Mantelkragen, und ich muss sagen, es tat gut, mich auf einen starken Arm stützen zu können. William wäre das nur recht gewesen. Nicht, dass ich allein hinunter ans Ufer gegangen wäre. Darüber hätte er mit mir geschimpft. Aber Hilfe von einem freundlichen Herrn anzunehmen – das hätte er als vernünftiges, besonnenes Verhalten angesehen.
Ohne etwas zu sagen, stiegen wir die Stufen hinauf und überquerten die King’s Parade hinüber zur anderen Straßenseite. Es hätte auch keinen Sinn gehabt. Der Regen war nicht mehr so schlimm wie zuvor, aber der Sturm drosch auf alles ein, was sich ihm in den Weg stellte, wie ein Wahnsinniger, der spürte, dass man ihm eine Zwangsjacke anlegen wollte. Erst im Schutz des kleinen weißen Vordaches vor meiner Wohnung konnten wir uns wieder sprechen hören. Im Licht der Außenlampe über meiner Tür konnte ich ihn jetzt deutlicher sehen. Sein Alter hatte ich etwa richtig eingeschätzt, glaube ich. Er hatte ein gutgeschnittenes Gesicht. Glattrasiert. Gutaussehend, aber nicht so wie ein Filmstar. Eher wie ein Bühnenschauspieler. Ein zerfurchtes Gesicht mit vielen Falten, die es aber nur interessanter aussehen ließen. Die Augen traurig, aber freundlich. In ihnen schlummerte vielleicht so etwas wie eine schwererrungene Freude, wenn Du Dir darunter etwas vorstellen kannst. Braunes, gewelltes Haar, ein bisschen lang für sein Alter, durchzogen von grauen Strähnen und von Wind und Regen zu Locken zerzaust. Er sah so beruhigend aus, wie er dort stand, die Hände tief in den Taschen seines Barbour-Mantels vergraben. Er wartete wohl, nahm ich an, dass ich in meiner Wohnung verschwinden und die Tür sicher hinter mir schließen würde. Ich hatte schon angefangen, irgendetwas ziemlich Vorhersehbares zu sagen, um ihm für seine Hilfe zu danken, als er mich unterbrach.
»Alice«, sagte er, »ich würde sehr gerne William kennenlernen, wenn das möglich ist.«
Mein Sicherheitsschlüssel steckte schon im Schloss, als er das sagte. Ich erstarrte. William war nicht da. William war tot. Ich hatte diesen Mann, der sich Doc nannte, angelogen.
Egal. Irgendeine knappe Ausrede. Das Essen steht bestimmt schon auf dem Tisch. Ein anderes Mal vielleicht. Sehr nett von Ihnen, dass Sie mich nach Hause begleitet haben. Irgend so etwas.
»Ja, das wäre nett. Kommen Sie herein, und ich stelle Sie William vor. Es ist reichlich zu essen da, genug für zwei.«
Nachdem wir ein paar Minuten später unsere nassen Sachen in der Diele deponiert hatten, führte ich ihn ins Wohnzimmer und bot ihm den größeren Sessel an, den unter dem Kunstdruck, den Du so magst. Du weißt schon, den mit dem Titel »Freunde«, mit zwei Männern, die nebeneinandersitzen und ein bisschen nervös dreinschauen, aber immerhin bereit sind, sich malen zu lassen. Du hast ihn natürlich inzwischen geerbt, nicht wahr, Jack? Was für ein schöner Gedanke, dass ein Bild, das William sehr liebte, jetzt an einer Wand in Deinem Haus hängt.
Ich plappere so, weil es mir peinlich ist, was ich Dir jetzt zu erzählen habe. Ich will beschreiben, was mein Gast gesehen haben muss, als er auf diesem Sessel Platz nahm und sich umschaute. Am hinteren Ende des Zimmers war mein Tisch mit den ausklappbaren Beinen, an dem Du und ich manchmal gesessen haben, fürs Abendessen gedeckt. Es waren zwei Gedecke da. Zwei Tischsets, zwei Weingläser, zwei Wassergläser, zwei kleine Teller und zwei bestickte Servietten, die in den schönen alten silbernen Serviettenringen von meiner Mutter steckten. Auf dem Tischset gegenüber der Küchenluke stand, dem anderen Platz zugewandt, ein Foto. Es war ein Porträt von William, das ein paar Jahre vor seinem Tod aufgenommen worden war. Kurz bevor er sich auf den Weg in die Stadt machte, um dieses Foto machen zu lassen, lachten wir noch darüber, dass ich ihn gebeten hatte, so zu tun, als lächelte er mich an, wenn der Fotograf auf den Auslöser drückte. Ich glaube wirklich, das hat er getan. Alles, was mein Mann mir bedeutet hat, steckte in diesem Bild.
Während dieses ganzen elenden Januars hatte ich mir angewöhnt, jeden Abend den Tisch für William und mich zu decken. Während ich das Essen vorbereitete, plauderte ich mit ihm durch die Luke, und dann unterhielt ich mich mit ihm, während ich aß, und genoss es, dass er mir dort gegenübersaß und mir lächelnd zuhörte. Jämmerlich, nicht wahr, Jack? Eine dumme alte Glucke, die sich selbst Theater vorspielt, um eine Lücke in ihrem Leben auszufüllen.
Ich glaube, mein Gast wusste sofort, was los war. Ich hatte sogar das Gefühl, er wusste es schon, bevor er durch meine Tür trat. Ein paar Minuten lang saß er einfach nur da auf dem Sessel, das Kinn auf seine verschränkten Finger gestützt, und wartete darauf, dass ich etwas sagte. Ich kam mir vor wie ein kleines Mädchen, als ich da neben dem Tisch stand und nervös mit den Fingern meiner einen Hand auf die andere Handfläche trommelte.
»William ist schon lange gestorben«, brachte ich schließlich stotternd heraus. »Ich wohne allein hier.«
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