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Sewastopol im Mai 1855

Inhaltsverzeichnis

I

Schon sind sechs Monate vergangen seit der Zeit, da die erste Kanonenkugel von den Bastionen Sewastopols pfiff und die Erde in den feindlichen Werken aufriß, und seit der Zeit sind unaufhörlich Tausende von Bomben, Kanonen- und Gewehrkugeln von den Bastionen in die Laufgräben und aus den Laufgräben nach den Bastionen geflogen, und unaufhörlich hat der Engel des Todes über ihnen geschwebt.

Tausendfach ist hier menschliche Eigenliebe gekränkt, tausendfach befriedigt und genährt, tausendfach in den Umarmungen des Todes zum Schweigen gebracht worden. Wie viel blumengeschmückte Särge, wie viel linnene Leichentücher! Und noch immer erschallen dieselben Töne von den Bastionen, noch immer sehen, mit unwillkürlichem Schrecken und Zittern, die Franzosen an einem klaren Abende aus ihrem Lager auf die gelbliche, aufgerissene Erde der Bastionen Sewastopols und die schwarzen, auf ihnen umherwogenden Gestalten unserer Matrosen und zählen die Schießscharten, aus welchen gußeiserne Kanonen trutzig hervorragen; noch immer beobachtet ein Unteroffizier vom Steuer vom Telegraphenhügel aus durch ein Fernrohr die bunten Gestalten der Franzosen, ihre Batterien, ihre Zelte, die Truppenmassen, die sich auf der grünen Höhe bewegen, und die in den Laufgräben aufsteigenden Rauchwölkchen, – und immer noch streben von allen Enden der Welt verschiedene Menschenscharen mit derselben Glut und mit noch verschiedenartigeren Wünschen nach dieser schicksalsreichen Stätte. Und immer noch ist die Frage, die die Diplomaten nicht gelöst haben, nicht gelöst durch Pulver und Blut.

II

In der belagerten Stadt Sewastopol spielte auf dem Boulevard bei einem Pavillon eine Regimentskapelle, und Scharen von Soldaten und Frauen bewegten sich müßig in den Gängen. Die helle Frühlingssonne, die am Morgen über den englischen Verschanzungen aufgegangen war, hatte ihren Weg über die Bastionen, dann über die Stadt, über die Nikolai-Kaserne zurückgelegt und allen mit gleicher Freude geleuchtet; jetzt senkte sie sich zu dem fernen, blauen Meer hinab, dessen gleichmäßig wogende Wellen im Silberglanze funkelten.

Ein hochgewachsener, etwas gebückter Infanterieoffizier, der einen nicht ganz weißen, aber sauberen Handschuh über die Hand zog, trat aus dem Pförtchen eines der kleinen Matrosenhäuschen heraus, die auf der linken Seite der Seestraße standen, und ging, nachdenklich seine Füße besehend, über eine Anhöhe zum Boulevard. Der Ausdruck des unschönen Gesichts dieses Offiziers verriet nicht gerade große Geistesanlagen, wohl aber Geradheit, Besonnenheit, Ehrenhaftigkeit und Ordnungsliebe. Er war nicht schön gebaut, ein wenig linkisch, gewissermaßen verschämt in seinen Bewegungen. Er trug eine noch wenig gebrauchte Mütze, einen dünnen Mantel von etwas eigentümlicher, veilchenblauer Farbe, unter dem eine goldene Uhrkette, Hosen mit Strippen und reine, glänzende Kalblederstiefeln sichtbar waren. Man hätte ihn für einen Deutschen halten können, wenn seine Gesichtszüge nicht seine rein russische Abkunft verraten hätten, oder für einen Adjutanten oder Regiments-Quartiermeister (aber dann hätte er Sporen tragen müssen), oder für einen Offizier, der für die Zeit des Feldzugs von der Kavallerie, vielleicht auch von der Garde übergetreten war. Es war wirklich ein Offizier, der aus der Kavallerie übergetreten war, und in diesem Augenblick, wo er zum Boulevard hinaufschritt, dachte er an einen Brief, den er eben von einem ehemaligen Kameraden, der jetzt außer Dienst war, einem Gutsbesitzer im Gouvernement T. und seiner Gattin, der blassen, blauäugigen Natascha, seiner Busenfreundin, erhalten hatte. Ihm war eine Stelle des Briefes eingefallen, in dem der Kamerad schreibt:

»Wenn der Invalide bei uns eintrifft, stürzt Pupka (so pflegte der frühere Ulan seine Gattin zu nennen) kopfüber in das Vorzimmer, greift nach der Zeitung und rennt damit nach der Plauderecke, in das Empfangszimmer (in dem wir so schön die Winterabende zusammen verlebt haben, weißt du noch, als das Regiment bei uns in der Stadt lag) und liest mit solchem Feuereifer Euere Heldenthaten, daß Du Dir's kaum vorstellen kannst. Sie spricht oft von Dir. ‚Nicht wahr, Michajlow – sagt sie – ist doch eine Seele von Mensch. Ich könnte ihn abküssen, wenn ich ihn sehe. Er kämpft auf den Bastionen und bekommt gewiß das Georgskreuz, und die Zeitungen werden über ihn schreiben ...‘ u. s. w. u. s. w., so daß ich entschieden anfange, auf Dich eifersüchtig zu werden.« An einer anderen Stelle schreibt er: »Die Zeitungen bekommen wir schrecklich spät, und wenn es auch viele mündliche Nachrichten giebt, so kann man doch nicht allen Glauben schenken. Gestern z. B. haben die Dir bekannten jungen Damen mit der Musik erzählt, Napoleon sei schon von unseren Kosaken gefangen genommen und nach Petersburg transportiert; aber Du kannst Dir denken, wie wenig ich das glaube. Ein Fremder aus Petersburg hat uns erzählt (er ist im Ministerium für besondere Aufträge, ein reizender Mensch, und jetzt, wo niemand in der Stadt ist, eine solche Ressource für uns, daß Du Dir's kaum vorstellen kannst ...), er sagt bestimmt, die Unsrigen hätten Eupatoria genommen, so daß die Franzosen von Balaklava abgeschnitten sind, und wir hätten dabei 200 Mann, die Franzosen aber 15000 Mann verloren. Meine Frau war so entzückt davon, daß sie die ganze Nacht gezecht hat, sie meint, Du bist sicher bei diesem Treffen gewesen, sie ahne das, und hättest Dich ausgezeichnet.«

Trotz der Worte und Ausdrücke, die ich absichtlich durch die Schrift ausgezeichnet habe, und trotz des ganzen Tons dieses Briefes dachte der Stabskapitän Michajlow mit unsagbar trauriger Wonne an seine blasse Freundin in der Provinz, und wie er mit ihr die Abende in dem Erker gesessen und über »das Gefühl« gesprochen hatte, er dachte an den guten Kameraden, den Ulan, wie er böse war und brummte, wenn sie in seinem Arbeitszimmer um eine Kopeke spielten, wie seine Gattin über ihn lachte – dachte an die Freundschaft, die diese Menschen für ihn hatten (vielleicht glaubte er auch, es sei etwas mehr von seiten der blassen Freundin); alle diese Personen mit ihrer Umgebung huschten durch seine Phantasie in einem wunderbar süßen, beseligend-rosigen Lichte und, lächelnd bei seinen Erinnerungen, legte er die Hand an die Tasche, in der dieser ihm so liebe Brief steckte.

Von Erinnerungen ging der Stabskapitän Michajlow unwillkürlich zu Träumen und Hoffnungen über. »Wie groß wird Nataschas Verwunderung und Freude sein – dachte er, während er durch das schmale Gäßchen dahinschritt, – wenn sie auf einmal im Invaliden die Schilderung lesen wird, wie ich zuerst die Kanone erklettert und das Georgskreuz bekommen habe! Kapitän muß ich nach altem Brauch werden. Dann kann ich leicht noch in demselben Jahre Major in der Linie werden, denn es sind viele von unseren Leuten gefallen und werden gewiß noch viele in diesem Feldzug fallen. Und dann wird es wieder eine Schlacht geben, und ich als ein berühmter Mann bekomme ein Regiment ... Oberstleutnant ... den Annenorden um den Hals ... Oberst ...« und er war schon General, und würdig, Natascha zu besuchen, die Witwe des Kameraden, der, wie er es sich ausmalte, bis dahin gestorben war – als die Töne der Boulevard-Musik deutlicher an sein Ohr schlugen, das drängende Volk ihm in die Augen fiel und er auf dem Boulevard erwachte – als der alte Stabskapitän von der Infanterie.

III

Er ging zuerst nach dem Pavillon, neben dem die Musikanten standen, denen statt der Pulte andere Soldaten desselben Regiments die Noten hielten und umblätterten, und um die, mehr als Zuschauer, denn als Zuhörer, Schreiber, Junker und Wärterinnen mit Kindern einen Kreis gebildet hatten. Rings um den Pavillon standen, saßen und gingen meistenteils Seeleute, Adjutanten und Offiziere in weißen Handschuhen. In der großen Allee des Boulevards spazierten Offiziere aller Art und Frauen aller Art, hin und wieder in Hüten, meist aber in Kopftüchern (es gab auch welche ohne Tücher und ohne Hüte), aber nicht eine von ihnen war alt, ja, merkwürdig, alle waren jung. Unten in den schattigen, duftenden Alleen weißer Akazien gingen und saßen abgesonderte Gruppen.

Niemand war sonderlich erfreut, auf dem Boulevard dem Stabskapitän Michajlow zu begegnen, ausgenommen vielleicht Kapitän Obshogow und Kapitän Ssuslikow von seinem Regiment, die ihm herzlich die Hand schüttelten, aber der erstere war in Kamelhaar-Beinkleidern, hatte keine Handschuhe an, einen abgetragenen Mantel und ein so rotes, schweißtriefendes Gesicht, und der zweite schrie so laut und ausgelassen, daß es eine Schande war, mit ihnen zu gehen, besonders vor den Offizieren in weißen Handschuhen (von diesen begrüßte Stabskapitän Michajlow den einen Adjutanten, einen zweiten Stabsoffizier hätte er begrüßen können, denn er war mit ihm zweimal bei einem gemeinsamen Bekannten zusammengetroffen). Im übrigen aber, welches Vergnügen hätte es für ihn sein können, mit diesen Herren Obshogow und Ssuslikow spazieren zu gehen, da er auch so sechsmal am Tage mit ihnen zusammentraf und ihnen die Hand drückte? Nicht darum war er zur Musik gekommen.

Er wäre gern zu dem Adjutanten herangetreten, den er begrüßt hatte, und hätte gern mit diesen Herren geplaudert, keineswegs etwa, damit die Kapitäne Obshogow und Ssuslikow und der Leutnant Paschtezki und die anderen sähen, daß er mit ihnen spricht, sondern einfach, weil sie nette Menschen waren und zudem alle Neuigkeiten wissen und sie erzählt hätten.

Warum aber scheut sich der Stabskapitän Michajlow, warum entschließt er sich nicht, zu ihnen heranzutreten? »Wie, wenn sie mich auf einmal nicht wiedergrüßen – denkt er – oder wenn sie mich grüßen und in ihrem Gespräch fortfahren, als ob ich nicht da wäre, oder sich ganz von mir entfernen und ich allein dort bleibe unter den Aristokraten?« Das Wort Aristokraten (im Sinne eines höheren, auserwählten Kreises, gleichviel in welchem Stande) hat bei uns in Rußland, wo es, wie man glauben müßte, gar nicht existieren sollte, seit einiger Zeit eine große Popularität bekommen und ist in alle Gegenden und in alle Schichten der Gesellschaft eingedrungen, wo nur der Dünkel eingedrungen ist (und in welche Zeit und in welche Verhältnisse dringt diese klägliche Sucht nicht ein?): in die Kreise der Kaufleute, der Beamten, der Schreiber, der Offiziere, in Ssaratow, in Mamadysch, in Winniza – überall, wo es Menschen giebt. Und da es in der belagerten Stadt Sewastopol viel Menschen giebt, giebt es auch viel Dünkel, d. h. auch viel Aristokraten, obgleich jede Minute der Tod schwebt über dem Haupte jedes Aristokraten und Nicht-Aristokraten.

Für den Kapitän Obshogow ist der Stabskapitän Michajlow ein Aristokrat, für den Stabskapitän Michajlow ist der Adjutant Kalugin ein Aristokrat, weil er Adjutant ist und mit dem andern Adjutanten auf du und du steht. Für den Adjutanten Kalugin ist Graf Norden ein Aristokrat, weil er Flügeladjutant ist.

Dünkel, Dünkel, Dünkel überall, selbst am Rande des Grabes und unter Menschen, die bereit sind, aus einer edlen Überzeugung in den Tod zu gehen, überall Dünkel. Er ist also wohl ein charakteristischer Zug und eine besondere Krankheit unseres Zeitalters. Warum hat man unter den Menschen vergangener Zeit nichts gehört von dieser Leidenschaft, wie von den Pocken oder der Cholera? Warum giebt es in unserer Zeit nur drei Arten von Menschen: Solche, die die Quelle des Dünkels als eine notwendigerweise existierende, darum berechtigte Thatsache hinnehmen und sich ihr freiwillig unterwerfen; eine zweite, die sie wie einen unheilvollen, aber unüberwindlichen Umstand hinnehmen, und eine dritte, die unbewußt sklavisch unter ihrem Einflusse handeln? Warum haben Homer und Shakespeare von Liebe, von Ruhm, von Leiden gesprochen, und das Schrifttum unseres Jahrhunderts ist nichts als eine endlose Erzählung von Snobs und Dünkel?

Der Stabskapitän ging zweimal an der Gruppe seiner Aristokraten vorüber, beim drittenmal überwand er sich und trat zu ihnen heran. Diese Gruppe bildeten vier Offiziere: der Adjutant Kalugin, Michajlows Bekannter, der Adjutant Fürst Galzin, der sogar für Kalugin selbst ein wenig Aristokrat war, der Oberst Neferdow, einer von den sogenannten Hundertzweiundzwanzig Bürgerlichen (Verabschiedete, die für diesen Feldzug wieder in den Dienst getreten waren) und der Rittmeister Praßkuchin, auch einer von den Hundertzweiundzwanzig. Zu Michajlows Glück war Kalugin in vortrefflicher Stimmung (der General hatte soeben erst mit ihm höchst vertraulich gesprochen, und Fürst Galzin, der eben aus Petersburg gekommen, war bei ihm abgestiegen), er hielt es nicht für erniedrigend, dem Stabskapitän Michajlow die Hand zu reichen, was Praßkuchin jedoch sich nicht entschließen konnte zu thun, obgleich er sehr häufig mit Michajlow auf der Bastion zusammengetroffen war, mehr als einmal seinen Wein und Schnaps getrunken hatte und ihm sogar vom Préférence her zwölf und einen halben Rubel schuldete. Da er den Fürsten Galzin noch nicht näher kannte, wollte er vor ihm seine Bekanntschaft mit einem einfachen Stabskapitän der Infanterie nicht zeigen. Er grüßte ihn mit einem leichten Kopfnicken.

Wie, Kapitän, sagte Kalugin, wann geht's wieder auf die Bastion? ... Erinnern Sie sich, wie wir uns auf der Schwarzow-Redoute trafen, es ging heiß her?

Ja, es ging heiß her, sagte Michajlow, indem er sich erinnerte, wie er in jener Nacht im Laufgraben der Bastion Kalugin getroffen, der kühn und mutig mit dem Säbel klirrend, vorwärts ging.

Eigentlich sollte ich erst morgen gehen, da aber bei uns ein Offizier krank ist, fuhr Michajlow fort, so ...

Er wollte sagen, daß die Reihe nicht an ihm sei; da aber der Kommandeur der achten Kompagnie krank und in der Kompagnie nur der Fähnrich übrig sei, hätte er es für seine Pflicht gehalten, sich für die Stelle des Leutnants Nepschißezki zu melden und ginge daher heut auf die Bastion. Kalugin ließ ihn nicht aussprechen.

Ich fühle, daß es dieser Tage etwas geben wird, sagte er zum Fürsten Galzin.

Wie, wird es heut nichts geben? fragte schüchtern Michajlow, indem er bald Kalugin, bald Galzin ansah.

Niemand antwortete ihm. Fürst Galzin runzelte nur eigentümlich die Stirn, ließ seinen Blick an seiner Mütze vorbeischweifen und sagte nach einer kurzen Pause:

Ein prächtiges Mädchen, die in dem roten Tuche. Kennen Sie sie nicht, Kapitän?

Nicht weit von meiner Wohnung, die Tochter eines Matrosen, antwortete der Stabskapitän.

Gehen wir, sehen wir sie uns an.

Und Fürst Galzin nahm auf der einen Seite Kalugin, auf der anderen – den Stabskapitän unter den Arm; er war im voraus überzeugt, daß dies dem letzteren ein großes Vergnügen bereiten müsse, was in der That zutreffend war.

Der Stabskapitän war abergläubisch und hielt es für eine große Sünde, sich vor einem Kampfe mit Weibern abzugeben; aber in diesem Falle spielte er den Schwerenöter, was ihm Fürst Galzin und Kalugin offenbar nicht glaubten, und was das Mädchen in dem roten Tuch außerordentlich verwunderte, da sie öfter bemerkt hatte, wie der Stabskapitän errötet war, wenn er an ihrem Fenster vorüberging. Praßkuchin ging hinterdrein, stieß den Fürsten Galzin am Arm und machte allerlei Bemerkungen in französischer Sprache; da es aber nicht möglich war, zu Vieren den schmalen Weg zu gehen, war er gezwungen, allein zu gehen und nahm nur in der zweiten Gruppe den berühmten, tapferen Marineoffizier Sserwjagin unter den Arm, der herangekommen war und ein Gespräch mit ihm begonnen hatte, und der auch den Wunsch hatte, sich der Gruppe der Aristokraten anzuschließen. Und der berühmte Held schob mit Freuden seine nervige, ehrenfeste Hand unter den Arm Praßkuchins, der allen, auch Sserwjagin selbst, gut bekannt war, als ein nicht besonders guter Mensch. Als Praßkuchin dem Fürsten Galzin seine Bekanntschaft mit diesem Marineoffizier erklärte und ihm zuraunte, er sei ein berühmter Held, schenkte Fürst Galzin Sserwjagin doch gar keine Aufmerksamkeit; er war gestern auf der vierten Bastion gewesen, hatte dort in einer Entfernung von zwanzig Schritt eine Bombe krepieren sehen, hielt sich daher für keinen geringeren Helden, als dieser Herr war und meinte, so mancher Ruhm werde für nichts gewonnen.

Dem Stabskapitän Michajlow machte es so viel Vergnügen, in dieser Gesellschaft umherzuschlendern, daß er den lieben Brief aus T. und die düsteren Gedanken, die ihm bei dem bevorstehenden Abgange auf die Bastion überkommen hatten, vergaß. Er blieb so lange in ihrer Gesellschaft, bis sie ausschließlich untereinander zu plaudern begannen und seinen Blicken auswichen und ihm so zu verstehen gaben, daß er gehen könne, und sich schließlich ganz von ihm entfernten. Der Stabskapitän war trotzdem zufrieden und kränkte sich nicht im mindesten über die verdächtig-hoffärtige Art, in der der Junker Baron Pest sich brüstete und die Mütze vor ihm zog, als er an ihm vorüberging; der Junker war nämlich seit der gestrigen Nacht, – die er zum ersten Male in der Blindage der fünften Bastion zugebracht hatte, weshalb er sich für einen Helden hielt, – besonders stolz und selbstbewußt.

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