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Isabella Ackerl
Die Staaten der Erde

Europa und Asien

Dr. Isabella Ackerl, geb. 1940 in Wien, Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Wien, Promotion zum Dr. phil.; seit 1971 wissenschaftliche Sekretärin der »Wissenschaftlichen Kommission des Theodor-Körner-Stiftungsfonds und des Leopold-Kuntschak-Preises zur Erforschung der Geschichte der Ersten Republik«. Seit Dezember 1981 Bundespressedienst in Wien. Zahlreiche Publikationen und Lexikonartikel.

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Die Staaten der Erde Europa und Asien

Der Band bietet eine kurz gefasste Übersicht, gleichsam eine Momentaufnahme des Status quo des jeweiligen Landes. Berücksichtigt werden seine Geschichte, seine allgemeine politische Positionierung, und vor allem seine wirtschaftliche Lage. Am Beginn stehen jeweils Eckdaten wie Größe und Bevölkerungszahlen, religiöse und ethnische Gliederung, sowie Währung und Sprachen. Die einzelnen Staaten sind übersichtlich in alphabetischer Reihenfolge angeordnet.


Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

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Alle Rechte vorbehalten


Copyright © by marixverlag GmbH, Wiesbaden 2012

Lektorat: Dr. Lars Hoffmann, Roßdorf

Covergestaltung: Thomas Jarzina, Köln

Karten: © by WAY OK …wegweisend, Stuttgart. www.way-ok.de

Bildnachweis: akg-images GmbH, Berlin

eBook-Bearbeitung: Bookwire GmbH, Frankfurt am Main




ISBN: 978-3-8438-0226-0

www.marixverlag.de

ISLAMISCHER STAAT A FGHANISTAN (AFG)



Fläche

652.090 km2


Hauptstadt

Kabul (1,4 Mio. Einw.)


Währung

1 Afghani (AF) = 100 Puls (PL)


Staatsform

Islamische Republik


Parlament

Parlament mit 249 Sitzen


Religion

Muslime 99%, davon 84% Sunniten, 15% Schiiten, sonstige 1%


Einwohner

24,8 Mio. (1t. UNFPA-Weltbevölkerungsbericht)


Sprachen

Paschtu, Dari und andere


Gliederung

31 Provinzen


Staatsoberhaupt

Staatspräsident


Nationalfeiertag

18. August


Nationalitäten/Ethnien

Paschtunen 38%, Tadschiken 25%, Hazara 19%, Usbeken 6%, sonstige 12%


Internet www.afghanembassy.net

Geschichte

Afghanistan, einst Teil des Perserreiches unter König Kyros, wurde von Alexander dem Großen erobert und wurde nach dessen Tod dem Herrschaftsbereich der Seleukiden zugesprochen. Um 130 v. Chr. entstand im Norden das buddhistische Kuschan-Reich. Den Süden beherrschten vorwiegend die persischen Sassaniden. Etwa um das 10. Jh. n. Chr. wurde das Land durch die Araber islamisiert. Mitte des 18. Jh. gründete Ahmad Schah Durani ein unabhängiges Königreich. Sowohl das zaristische Russland als auch Großbritannien versuchten im 19. Jh. im Land Einfluss zu gewinnen. Mit dem Durand-Akommen von 1893 sicherten sich die Briten gegen eine Zahlung von 60.000 Pfund die Vorherrschaft. 1907 wieder unabhängig von Großbritannien, bleibt das Land im Ersten Weltkrieg neutral. Versuche von Emir Aman Ullah, innere Reformen einzuleiten, stießen auf den vehementen Protest der islamischen Geistlichkeit. 1931 schloss Afghanistan, inzwischen eine konstitutionelle Monarchie geworden, einen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion, der immer wieder erneuert wurde. 1947, anlässlich der Gründung Pakistans, kam es zu Spannungen mit diesem Nachbarland. 1973 nach dem Tod von Mohammed Zahir Shah, der auch im Zweiten Weltkrieg neutral geblieben war, kommt es zu einem Staatsstreich durch Daud Khan, der die Republik ausrief. 1979 besetzen sowjetische Truppen nach einem prokommunistischen Putsch das Land und setzten das ihnen hörige Regime Babrak Kamals ein, der von Mohammad Nadschibullah abgelöst wurde. Eine große Fluchtbewegung antikommunistisch gesinnter Bevölkerungsgruppen nach Pakistan setzte ein. Es kam zu einem für die Russen verlustreichen Krieg gegen die Mudschaheddin (= der den Heiligen Kampf führt), was 1989 nach einem amerikanisch-russischen Abkommen zum Abzug der sowjetischen Truppen führte. Nach einem Bürgerkrieg übernahmen 1992 die Mudshaheddin die Macht, 1996 besetzten die radikalislamischen sunnitischen Taliban die Hauptstadt Kabul. Nach dem 11. September 2001 forderten die Amerikaner vom Talibanregime die Auslieferung des Terroristen Osama Bin Ladin, von dem angenommen wurde, dass er in den unwegsamen Bergen Afghanistans Unterschlupf gefunden hätte. Da das Talibanregime ablehnte, kam es zu amerikanischen Luftangriffen, die 2002 den Sturz der Taliban und die Einsetzung des von der Versammlung der Stämme (Loya Jirga) gewählten Hamid Karzai als Übergangsstaatschef zur Folge hatten.

Politisches System

Dank der Besatzung durch internationale UN-Truppenkontingente macht Afghanistan inzwischen geringfügige demokratische Fortschritte, 2005 wurden demokratische Wahlen abgehalten. Doch noch immer kämpfen in einigen Landesteilen die Taliban, unterstützt von Al-Qaida-Einheiten. 2006 flackerten die Kämpfe erneut auf. Weder Presse- noch Religionsfreiheit konnte bisher durchgesetzt werden. In einigen Provinzen haben noch immer Warlords das Sagen.

Wirtschaft

Durch den jahrelangen Krieg ist die Volkswirtschaft des Landes völlig zerstört, Schätzungen der Weltbank für den Wiederaufbau bewegen sich in einer Größendimension von 20 Mrd. Dollar.

Afghanistan, das zu 50% Ödland ist, wird zu vier Fünftel landwirtschaftlich genutzt. Nomadische Viehwirtschaft ist eine wichtige Säule der Versorgung. Es gibt kaum Industrie, dagegen ist der Anteil an traditionellem Handwerk groß. Eine wichtige Erwerbsquelle für die bäuerliche Bevölkerung ist der Anbau von Schlafmohn, den die Regierung einschränken will. 2006 wurde ein umfangreiches Elektrifizierungsprogramm beschlossen, finanziert wird es mit einer Aufbauhilfe von 8,7 Mrd. €, die zu einem großen Teil von der Weltbank kommt.

REPUBLIK ALBANIEN (AL)



Fläche

28.784 km2


Hauptstadt

Tirana (523 000 Einw.)


Währung

1 Lek = 100 Quindars.


Staatsform

Parlamentarische Republik


Parlament

Volksversammlung mit 155 Abgeordneten (für vier Jahre gewählt)


Religion

Muslime 65%, Christen 33%, davon Orthodoxe 20% und Katholiken 13%, sonstige 2%


Einwohner

3,1 Mio


Sprache

Albanisch (Toskisch)


Gliederung

Hauptstadtdistrikt und 35 Bezirke


Staatsoberhaupt

Vorsitzender des Präsidiums der Volksversammlung


Nationalfeiertag

28. November und 19. Oktober (Geburtstag von Mutter Teresa)


Nationalitäten/Ethnien

Albaner 96,8%, Griechen 1,8%, sonstige 1,4%


Internet www.parlament.al


Geschichte

Bereits um 1000 v. Chr. sind in Albanien illyrische Siedlungen nachgewiesen. 30 v. Chr. geriet das Land unter römische Herrschaft und blieb dies auch unter den Byzantinern als den Rechtsnachfolgern der Römer. Ab dem 5. Jh. n. Chr. sickern slawische Völker ein. Kurz etablierte sich Anfang des 13. Jh. ein unabhängiges Fürstentum, doch schon im letzten Viertel des 14. Jh. besetzten die Osmanen Albanien. Es kam zu einer weitgehenden Islamisierung. In der zweiten Hälfte des 15. Jh. gelang es Skanderbeg (eigentlich: Georg Kastriota) kurzfristig, die osmanische Herrschaft zu verdrängen, doch nach seinem Tod geriet Albanien wieder unter osmanische Kontrolle. In der ersten Hälfte des 19. Jh. kam es immer wieder zu antitürkischen Aufständen. Erst nach dem Balkankrieg erreichte Albanien 1912 seine Unabhängigkeit. Im Ersten Weltkrieg wurde es wieder ein Spielball der kriegführenden Mächte: Den Norden des Landes besetzten die Mittelmächte, den Süden die Italiener. 1914 wird Wilhelm zu Wied als Herrscher eingesetzt. 1919 wurde Albanien selbstständig. Drei Jahre später übernahm Achmed Zogu die Regierungsgewalt, 1925 auch das Amt des Staatspräsidenten. 1928 rief er sich zum König aus. Außenpolitisch lehnte sich Albanien gänzlich an das faschistische Italien an, was zu Spannungen mit Jugoslawien und Griechenland führte. 1939 wurde Albanien neuerlich von italienischen Truppen besetzt. Nach der Kapitulation Italiens im Jahre 1943 übernahmen bis November 1944 am Balkan operierende deutsche Truppen die Besatzung. Dagegen formierte sich eine kommunistische Widerstandsbewegung, die vor allem von Marschall Tito unterstützt wurde. Mit Hilfe Moskaus bildete sich nach dem Zweiten Weltkrieg eine Volksfrontregierung. Der Kommunist Enver Hoxha übernahm die Macht und errichtete eine Volksrepublik, die den gesamten Grundbesitz verstaatlichte. 1955 trat Albanien der UNO und dem Warschauer Pakt bei. Nach Etablierung des von Moskau unabhängigen Kurses im ehemaligen Jugoslawien kam es zu Spannungen mit diesem Nachbarstaat. Nach dem 20. Parteitag der KPdSU, bei dem Chruschtschow die stalinistische Politik vehement kritisiert hatte, wandte sich Albanien von Moskau ab und schwenkte auf die chinesische Linie ein. Nach dem Beispiel Chinas wurde eine strikte atheistische Politik betrieben, Religionsausübung verboten, alle Kirchen und Moscheen wurden geschlossen. Seit 1991 ist Albanien eine präsidiale Republik.

Politisches System

Seit der Wende versucht Albanien wieder Anschluss an die europäische Politik zu finden. Inzwischen sind politische Parteien zugelassen, langsam entfaltet sich eine demokratische Struktur. Freie Wahlen fanden erstmals 1991 statt. Unmittelbar nach der Wende flohen viele Albaner, vor allem Intellektuelle, nach Italien, um dort ein besseres Fortkommen zu finden. Mit dem benachbarten Serbien besteht wegen des Kosovo, einer überwiegend von Albanern (etwa 2 Mio.) bewohnten Teilrepublik, ein gespanntes Verhältnis. 2006 schloss Albanien mit der EU ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen ab.

Wirtschaft

Albanien ist der am wenigsten industrialisierte Staat Europas. Während der sozialistischen Planwirtschaft wurde auf der Basis von 5-Jahres-Plänen der wirtschaftliche Schwerpunkt auf die Rohstoffgewinnung und -verarbeitung gelegt. Noch liegt die Arbeitslosigkeit bei etwa 20%. Albanien verfügt über Erdöl und Erdgas, sowie über Asphalt und Kupfervorkommen. Ein wichtiger Devisenbringer sind Chromerze, bei denen Albanien der zweitgrößte Exporteur weltweit ist.

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