Читать бесплатно книгу «Der Wolfsführer» Александра Дюма полностью онлайн — MyBook

V

Nicht als ob mein Vater an Mocquets Alp oder überhaupt an einen Alp geglaubt und im speciellen Fall angenommen hätte, daß die alte Durand seinen Waldschützen gealpt habe; nein, aber er kannte die Vorurtheile unserer Bauern und wußte, daß der Glaube an Hexerei auf dem Lande noch sehr gang und gäbe ist. Er hatte von verschiedenen furchtbaren Racheacten von Seiten solcher Behexten gehört, welche durch Ermordung des betreffenden Hexenmeisters oder der betreffenden Hexe den Zauber zu brechen geglaubt hatten, und Mocquet hatte, als er die alte Durand bei meinem Vater verklagte, einen solch drohenden Ton in seine Stimme gelegt und dabei seine Flintenläufe so fest zusammengedrückt, daß mein Vater ihm Recht geben zu müssen glaubte, nur um so viel Einfluß aus ihn zu behalten, daß er Nichts unternehmen sollte, ohne ihn um Rath zu fragen.

Nachdem er nun diesen Einfluß festgestellt glaubte, wagte er ihm folgende Vorstellung zu machen:

»Aber, lieber Mocquet, bevor Du Deine Rache an ihr nimmst, solltest Du Dich genau versichern ob man Dich nicht von Deinem Alp curiren kann«

»Nein, Herr General, das kann man nicht,« antwortete Morguet in zuversichtlichem Tone.

»Warum denn nicht?«

»Ich habe bereits das Unmögliche gethan.«

»Nun was denn?«

»Fürs Erste habe ich eine große Bowle Glühwein getrunken, ehe ich mich schlafen legte.«

»Wer hat Dir dieses Mittel angerathen? Herr Lecosse?«

Herr Lecosse war der berühmteste Arzt von Villers-Coterets.

»Herr Lecosse!« machte Mocquet; »Warum nicht gar? Als ob der Etwas vom Hexenwesen verstände! Nein bei Gott, Herr Lecosse war es nicht.«

»Wer sonst denn?«

»Der Schäfer von Longpré.«

»Also eine Bowle Glühwein, dummer Kerl! Da mußt Du ja einen schändlichen Rausch bekommen haben«

»Der Schäfer hat die Hälfte getrunken.«

»Nun dann begreife ich das Recept. Und die Bowle Glühwein hat nicht gewirkt?«

»Nein, Herr General. Die Hexe hat mir in jener Nacht auf der Brust herum gestampft, wie wenn ich gar Nichts zu mir genommen hätte«

»Und was hast Du sonst noch gethan, denn ohne Zweifel hast Du es bei Deiner Bowle Glühwein nicht bewenden lassen?«

»Ich« habe das gethan, was ich thue, wenn ich ein Rothwild fangen will.«

Mocquet hatte seine eigene Phraseologie, wofür er oft Gründe von überraschender Genialität anzuführen wußte, und an der er starrköpfigst festhielt; Nichts in der Welt, selbst sein tief eingepflanzter Respect vor dem General nicht, hätte ihn jemals dazu gebracht, Rothwild zu sagen.

VI

»Nun, was thust Du. denn, Mocquet, wenn Du ein Rothwild fangen willst? fragte mein Vater.

»Ich lege eine Schlincke.«

»Wie? Was? Du hast der alten Durand eine Schlinge gelegt?«

Mocquet liebte es nicht, daß man die Worte anders aussprach, als er; er versetzte daher:

»Ja, Herr General, ich habe der alten Durand eine Schlincke gelegt.«

»Und wo hast Du Deine Schlincke gelegt? vor Deiner Thür?

« Mein Vater war, wie man steht, ein Mann, der mit sich sprechen ließ.

»Warum nicht gar vor meiner Thüre?« erwiederte Mocquet; »als ob die alte Hexe zu meiner Thür hereinkäme! Sie kommt in mein Zimmer, ohne daß ich weiß, woher sie kommt«

»Vielleicht zum Kamin herab?«

»Es ist keines da; überdieß sehe ich sie erst, wenn ich sie spüre.«

»Du siehst sie?«

»So gut als ich Sie sehe.«

»Und was thut sie?«

»O wahrhaftig, nichts Gutes; sie stampft mir auf der Brust herum: bam, bam, bam!«

»Wo hast Du also die Schlinge gelegt?«

»Die Schlincke!Ich habe sie auf meinen Magen gelegt.«

»Und was für eine Schlincke hast Du gelegt?«

»O eine famöse Schlincke.«

»Was für eine denn?«

»Dieselbe, die ich dem grauen Wolf legte, der dem Herrn Destournelles seine Schafe erwürgte.«

»Die war aber nicht sehr famös, Mocquet der graue Wolf hat ja Deinen Köder gefressen und sich nicht fangen lassen.«

»Sie wissen wohl, warum er sich nicht fangen ließ, Herr General.«

»Nein, ich weiß es nicht.«

»Er hat sich nicht fangen lassen, weil er der schwarze Wolf des Holzschuhmachers Thibault ist.«

»Es kann aber doch nicht der schwarze Wolf des Holzschuhmachers Thibault sein, denn Du gibst ja selbst zu, daß der Wolf, der die Schafe des Herrn Destournelles erwürgte, grau war.«

»Er ist allerdings jetzt grau, Herr General; aber zur Zeit: des Holzschuhmachers Thibault, d. h. vor dreißig Jahren war er schwarz; sehen Sie, vor dreißig Jahren war ich auch rabenschwarz, und jetzt bin ich so grau wie der Doctor.«

Der Doctor war eine Katze, der ich in meinen Memoiren eine beziehungsweise Berühmtheit zu schaffen versucht habe; man nannte sie Doctor wegen des prächtigen Pelzes, womit die Natur sie ausgestattet hatte.

»Ja,« sagte mein Vater, »ich kenne Deine Geschichte von dem Holzschuhmacher Thibault. Aber, Mocquet, wenn der schwarze Wolf der Teufel ist, wie Du behaupten, so kann er sich nicht verändern.«

»Doch, Herr General; nur braucht er hundert Jahre, bis er ganz weiß wird, und Nachts um zwölf Uhr, wenn das hundertste Jahr anfängt, wird er wieder kohlschwarz.«

»Das will ich gelten lassen, Mocquet; nur bitte ich Dich, daß Du diese schöne Geschichte da meinem Sohne nicht erzählst, ehe er wenigstens fünfzehn Jahre alt ist.«

»Warum das, Herr General?«

»Weil es unnöthig ist, daß man ihm solche Dummheiten in den Kopf setzt, ehe er groß genug ist, um sich über alle Arten von Wölfen, seien sie nun weiß, grau oder schwarz, lustig zu machen.«

»Seht wohl, Herr General, man wird ihm also Nichts davon sagen.«

»Fahre fort.«

»Wo sind wir stehen geblieben, Herr General?«

»Bei der Schlincke, die Du auf Deinen Magen legtest und für so famös hieltest.«

»Ja, meiner Treu, Herr General, es war eine famöse Schlincke. Sie wog gewiß zehn Pfund; was sage ich? wenigstens fünfzehn Pfund mit ihrer Kette. Die Kette hatte ich um mein Faustgelenk geschlungen.«

»Und in jener Nacht?«

»O, in jener Nacht ging es noch toller her. Sonst trat sie mir doch nur mit Galloschen auf der Brust herum; aber in jener Nacht ist sie mit Holzschuhen gekommen«

»Und sie kommt noch immer?«

»Jede Nacht, die der liebe Gott gibt; ich magere deßhalb ganz ab; Sie sehen ja, Herr General, daß ich die Schwindsucht bekomme; aber heute früh habe ich meinen Entschluß gefaßt« «

»Und was für einen Entschluß hast Du gefaßt, Mocquets?«

»Ich habe beschlossen, sie todtzuschießen.«

»Das ist das Gescheidteste, was Du thun kannst. Und wann gedenkst Du Dich ans Werk zu machen?«

»Heute Abend oder morgen«

»Ei der Teufel! ich hätte Dich gern nach Villers-Hellon geschickt.«

»Das macht nichts, Herr General. Ist es pressant?«

»Sehr pressant.«

»Nun ja, so kann ich nach Villers-Hellon gehen, es sind ja bloß vier Stunden durch den Wald, und auf den Abend wieder da sein; das sind weiter nichts als acht Stunden; wir haben auf unseren Jagden schon ganz andere Touren gemacht, Herr General«

»Es bleibt dabei, Mocquet ich gebe Dir einen Brief an Herrn Collard, und Du gehst sogleich ab.«

»Sehr wohl, Herr General!«

Mein Vater stand auf und schrieb an Herrn Collard,

Der Brief lautete folgendermaßen:

»Lieber Collard!«

»Ich schicke Ihnen meinen Einfaltspinsel von Waldschützen, den Sie schon kennen; er bildet sich ein, ein altes Weib alpe ihn die ganze Nacht, und um sich seinen Vampyr vom Hals zu schaffen, will er ihn ganz einfach umbringen. Da aber die Justiz mit dieser neuen Methode, seine Beklemmungen zu curiren, nicht einverstanden sein möchte, so schicke ich den Burschen unter irgend einem Vorwand Ihnen zu. Schicken Sie ihn unter irgend einem beliebigen Vorwand zu Dauré von Boaty, dieser mag ihn zu Dulauloy schicken, und dieser, mit oder ohne Vormund, zum Teufel, wenn er will.

»Kurz und gut, seine Rundreise muß wenigstens vierzehn Tage dauern. Bis dahin sind wir nach Antilly gezogen, und da er also nicht mehr in der Nähe von Haramont sein, da ferner sein Alp ihn höchst wahrscheinlich unterwegs verlassen wird, so wird die alte Durand ruhig schlafen können, was ich ihr nicht rathen möchte, wenn Mocquet in der Gegend bliebe.

»Er bringt Ihnen ein Dutzend Heerschnepfen und einen Hasen, den Ertrag unserer gestrigen Jagd in dem Moor von Wallue.

»Herzliche Grüße an Ihre schöne Hermine, und tausend Küsse Ihrem lieben Carolinchen.

»Ihr Freund

»Alex. Dumas.«

Mocquet ging eine Stunde nach Abfassung des Briefes ab und kam nach drei Wochen in Antilly wieder zu uns.

»Nun,« fragte mein Vater, als er ihn ganz munter und wohlbehalten wieder erblickte, »nun, wie stehts mit der Durand?«

»Herr General« antwortete Mocquet seelenvergnügt, »der alte Maulwurf ist von mir gewichen; es scheint, daß die Hexe bloß im Canton Gewalt hatte.«

VII

Zwölf Jahre waren seit Mocquets Alpbeängstigungen verflossen. Ich ging in mein sechzehntes.

Es war im Winter von 1817 aus 1818.

Mein Vater war leider schon seit zehn Jahren todt.

Wir hatten keinen Gärtner Piere, keinen Kammerdiener Hippolyte, keinen Waldschützen Mocquet mehr.

Wir bewohnten weder das Grabesschloß, noch die Villa in Antilly mehr, sondern ein Häuschen auf dem Marktplatz von Villers-Coterets, dem Brunnen gegenüber, wo meine Mutter einen Tabakkram betrieb.

Sie verband damit einen Handel mit Jagdpulver, Kugeln und Blei.

Trotz meiner Jugend war ich, wie ich in meinen Memoiren erzählt habe, bereits ein leidenschaftlicher Jäger.

Nur jagte ich, im eigentlichen Sinne des Wortes, bloß dann, wenn mein Vetter, Herr Deviolaine, der Waldinspector von Villers-Coterets, die Güte hatte, mich abzuholen und mir bei meiner Mutter die Erlaubniß zu erbitten.

In der übrigen Zeit verlegte ich mich aufs Wildern.

Ich besaß zu diesem gedoppelten Jägers- und Wilderer-Beruf eine allerliebste einläufige Flinte, die früher der Fürstin Borghese gehört hatte, deren Namen auch eingraviert war.

Ich wer noch ein ganz kleiner Junge gewesen, als Mein Vater sie mir geschenkt hatte, und bei der Auction nach seinem Tod hatte ich sie mit solchem Eifer in Anspruch genommen, daß sie nicht mit den übrigen Waffen, sowie den Pferden und Wagen verkauft wurde. Die Zeit meiner Freuden war der Winter.

Im Winter bedeckt sich die Erde mit Schnee, und die Vögel, die kein Futter mehr aufzufinden wissen, sammeln sich da, wo man ihnen Körner hinwirft.

Einige alte Freunde meines Vaters, die große und schöne Gärten besaßen, erlaubten mir dann in diesen Gärten Vögel zu schießen.

Ich fegte den Schnee weg, streute einen langen Streifen Körner hin und feuerte dann aus irgend einem Versteck in halber Flintenschußweite; ich tödtete manchmal sechs, acht, ja zehn Vögel auf einen Schuß.

Wenn dann der Schnee länger liegen blieb, so winkte mir eine andere Hoffnung: die Aussicht, daß ein Wolf aufgetrieben werden könnte.

Der aufgetriebene Wolf gehört Jedermann.

Er ist ein öffentlicher Feind, ein Mörder, der außer dem Schutze des Gesetzes steht. Jeder kann aus ihn schießen. Man braucht nicht zu fragen, ob ich dann, trotz der Wehklagen meiner Mutter, die eine doppelte Gefahr für mich fürchtete, man braucht, sage ich, nicht zu fragen, ob ich dann nach meiner Flinte griff und der Erste auf dem Posten war.

Der Winter von 1817 auf 1818 war rauh gewesen.

» Es war ein fußhoher Schnee gefallen, und es hatte darüberhin gefroren, so daß der Schnee schon seit etwa vierzehn Tagen lag.

« Und dennoch hörte man von Nichts.

Eines Abends gegen vier Uhr kam Mocquet ins Haus.

Er kaufte Pulver ein.

Während des Einkaufens winkte er mir mit dem Auge. Er ging hinaus. Ich folgte ihm.

»Nun, Mocquet,« fragte ich, »was gibts?« »Errathen Sie’s nicht, Herr Alexander?« »Nein.«

»Errathen Sie nicht, daß ichs, wenn ich bei der Frau Generalin Pulver kaufe, statt es ganz einfach in Haramont zu holen, d.h. wenn ich eine ganze Stunde gehe statt einer Viertelstunde, daß ich Ihnen dann eine Partie vorzuschlagen habe?

»Ach, mein lieber Mocquet! Und was denn?«

»Es Ist Ein Wolf da, Herr Alexander.«

»Wirklich?«

»Er hat heute Nacht dem Herrn Destournelles ein Schaf gestohlen, und ich bin ihm bis in den Wald von Tillet nachgelaufen.«

»Und nun?«

»Heute Nacht werde ich ihn ganz gewiß wieder sehen, ich werde ihn auftreiben, und morgen früh wollen wir ihm dann seinen Denkzettel geben.«

»O welch ein Glück!«

»Nur bedarf es der Erlaubniß . . .

»Von wem, Mocquet?«

»Von der Frau Generalin.«

»Komm wieder mit mir herein, Mocquet, wir wollen sie darum ersuchen.«

Meine Mutter betrachtete uns durch die Fensterscheiben hindurch.

Sie dachte sichs sogleich, daß irgend ein Complott geschmiedet wurde. Wir kamen herein.

»He, Mocquet,« sagte Sie, »Du gefällst mir gar nicht mehr.«

»Warum, Frau Generalin?« fragte er.

»Nun, weil Du dem Jungen immer den Kopf warm machst; er denkt bereits nur zu viel an Deine verdammte Jagd.«

»Ei, Frau Generalin, das ist wie mit den Hunden von guter Race: sein Vater war ein Jäger, er ist ein Jäger, sein Sohn wird ein Jäger werden; darein müssen Sie sich zu finden wissen.« »Und wenn ihm ein Unglück zustößt!«

»Bei mir! Ein Unglück! Ein Unglück bei Mocquet! Was fällt Ihnen ein? Ich bürge mit Leib und Seele für Herrn Alexander. Ihm ein Unglück zustoßen, dem Sohn des Generals! Nein, nein, nimmermehr!«

Meine arme Mutter schüttelte den Kopf.

Ich hing mich ihr an den Hals.

»Liebes Mütterchen,« sagte ich, »laß Dich erbitten.« »Aber Du mußt ihm seine Flinte laden, Mocquet.«

»Seien Sie doch ruhig! Sechzig Körner Pulver, keins mehr, keins weniger, und eine Kugel, wovon zwanzig auf das Pfund gehen«

»Du darfst ihn nicht verlassen.«

»So wenig als sein Schatten«

»Du mußt ihn neben Dich stellen.«

»Zwischen meine Beine.«

»Mocquet! Dir allein vertraue ich ihn an.«

»Und Sie sollen ihn unversehrt zurückerhalten. Kommen Sie, Herr Alexander, nehmen Sie Ihre Siebensachen zusammen und lassen Sie uns gehen.

Die Frau Generalin erlaubt es.

»Ei wie? Du willst ihn schon heute Abend mitnehmen, Mocquet?«

»Natürlich, denn morgen wäre es zu spät, um ihn abzuholen; dem Wolf muß man mit Tagesanbruch zu Leibe gehen.«

»Also zu einer Wolfsjagd willst Du ihn mithaben?«

»Fürchten Sie etwa gar, der Wolf könnte ihn fressen?

»Mocquet! Mocquet!«

»Wenn ich Ihnen doch sage, daß ich für Alles gutstehe!«

»Und wo soll er übernachten, der unglückliche Junge?

»Beim alten Mocquet! Er bekommt eine gute Matratze auf dem Boden, Betttücher so weiß, wie diejenigen, welche der liebe Gott über die Ebene hingebreitet hat, und zwei gute warme Decken. Er soll sich gewiß nicht erkälten, seien Sie ganz ruhig.«

»Ach ja, liebe Mutter, sei doch ruhig. Komm jetzt, Mocquet, ich bin bereit.«

»Und Du gibst mir nicht einmal einen Kuß, unglückliches Kind?«

»O freilich, liebes Mütterchen, lieber zwei als einen.«

Und ich warf mich meiner Mutter an den Hals und erdrückte sie beinahe in meinen Armen.

»Und wann wird man Dich wieder zu sehen bekommen?«

»Machen Sie sich keine Sorgen, wenn er erst morgen Abend zurückkommt.«

»Wie so? morgen Abend! Du sagtest doch von Tagesanbruch.«

»Mit Tagesanbruch geht es auf den Wolf los; aber wenn wir das Nest leer finden, so wird der junge Herr doch wenigstens im Moor von Wallu ein Paar Enten schießen dürfen.«

»Du wirst machen, daß er ertrinkt.«

»Ei zum Teufel,« sagte Mocquet, »wenn ich nicht die Ehre hätte, mit der Frau meines Generals zu sprechen, so würde ich sagen . . .

»Was würdest Du sagen, Mocquet?

« »Daß Sie einen Hasenfuß aus Ihrem Sohn machen wollen. Aber wenn die Mutter: des Generals hinter ihm gestanden und ihn an seinen Rockschößen gezupft hätte, so wäre er seiner Lebtage nie übers Meer her nach Frankreich gekommen.«

»Du hast Recht, Mocquet, nimm ihn mit; ich bin unvernünftige.«

Und meine Mutter wandte sich ab, um sich eine Thräne aus dem Auge zu wischen.«

Einer Mutter Thräne ist ein Herzdiamant, köstlicher als eine Perle von Ophir.«

Ich sah sie fließen.

Ich ging zur armen Frau hin und sagte ganz leise zu ihr:

»Wenn Du willst, Mutter, so bleibe ich.«

»Nein, nein, mein Junge, geh’ nur,« sagte sie; »Mocquet hat Recht; Du mußt einmal ein Mann werden.«

Ich umarmte sie noch ein letztes Mal.

Dann eilte ich Mocquet nach, der sich bereits auf den Weg gemacht hatte.

Nach etwa hundert Schritten wandte ich mich um.

Meine Mutter war bis mitten in die Straße herausgegangem um mir so lang als möglich mit ihren Blicken zu folgen.

Jetzt kam die Reihe an mich, eine Thräne aus meiner Wimper zu wischen.

»Nun das ist sauber,« sagte Mocquet zu mir, »jetzt weinen Sie also auch Herr Alexander!«

»Was fällt Dir ein, Mocquet? Das kommt blos von der Kälte her.«

Du, der Du mir diese Thränen gegeben hattest, o mein Gott, Du weißt wohl, daß ich nicht vor Kälte weinte.

...
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