übersetzt von Andreas Schiffmann
This Translation is published by arrangement with SEVERED PRESS, www.severedpress.com
Title: HEAVEN, HELL OR HOUSTON. All rights reserved. First Published by Severed Press, 2014. Severed Press Logo are trademarks or registered trademarks of Severed Press. All rights reserved.
Diese Geschichte ist frei erfunden. Sämtliche Namen, Charaktere, Firmen, Einrichtungen, Orte, Ereignisse und Begebenheiten sind entweder das Produkt der Fantasie des Autors oder wurden fiktiv verwendet. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Personen, lebend oder tot, Ereignissen oder Schauplätzen ist rein zufällig.
Für Shelly.
Dieses Buch wäre ohne deine Liebe und Unterstützung genauso wenig wie alles andere zustande gekommen, was ich bisher geschrieben habe. Ich kann einfach nicht fassen, dass du während der vielen verlorenen Stunden, in denen ich meiner Schreibleidenschaft sowie unzähligen anderen kreativen Abenteuern nachgegangen bin, so unendlich geduldig und verständnisvoll geblieben bist. Vielen Dank!
Denk immer daran, dass mich weder Riesenunwetter noch eine Zombie-Apokalypse von dir trennen könnten. Ich werde dir niemals genügend Worte oder Bücher dafür widmen können, dass du mir solch eine Zuneigung und so eine unendliche Hilfsbereitschaft entgegenbringst. Ich liebe dich!
Dieses Buch ist eine Hommage und ein Dankeschön an vier meiner Lieblingsschriftsteller.
Freunde, danke dafür, dass mir eure Worte Freude und auch Angst bereitet haben, mich lachen ließen oder wütend machten und Spannung in mein Leben brachten … ach, und nicht zu vergessen: mehr als eine Tonne Anregungen und Sachkenntnisse.
Joe R. Lansdale – der Gesetzlose, der Fighter, der stille Lehrmeister.
Elmore Leonard – die Stimme, der Beat, der Groove.
Joe McKinney – der Sheriff, der Führer, der Amigo.
Jonathan Maberry – Der Krieger, der Sensei, der Freund.
Schaurige Draufgänger-Action verbunden mit Horror, der das Herz höherschlagen lässt. Ich konnte das Buch einfach nicht zur Seite legen. – David Dunwoody
Thom Erbs »Himmel, Hölle oder Houston« ist ein fiebriger Roman Noir von texanischer Schroffheit, der eine gesalzene Mischung aus unheilvoller Rachegeschichte und literarischem Grindhouse bietet. Erb verleiht einem Aufgebot facettenreicher, aber nicht perfekter Charaktere eine authentische Stimme und verspricht im Laufe der Handlung mit jeder erschreckenden Wende noch mehr Action. A+++! – Shroud Quarterly
Erb hat einen finsteren und harten Zombieroman voller durchtriebener Gestalten und roher Gewalt mit einer verboten coolen Hauptfigur geschaffen, die einem Film Noir entsprungen sein könnte und einen sofort einnimmt.« – David Bernstein
Dieses Buch, das ihr in euren Händen haltet, ist etwas ganz Besonderes: Es zeugt von einem Autor, der gerade erst zu sich selbst findet … Texas steht auch für eine Geisteshaltung, und Thom Erb versetzt euch in genau diese hinein. Falls ihr noch nichts von ihm kennt, dann macht euch auf einen Heidenspaß gefasst …
… und lest aufmerksam.
Dann nämlich lernt ihr meiner Meinung nach eine der ehrlichsten und einfühlsamsten Stimmen aus Texas kennen, die nicht aus einem Roman von Larry McMurty stammen. – Joe McKinney, mehrfacher Gewinner des Bram Stoker Awards
Deutsche Erstausgabe
Originaltitel: HEAVEN, HELL OR HOUSTON
Copyright Gesamtausgabe © 2018 LUZIFER-Verlag Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Cover: Michael Schubert
Übersetzung: Andreas Schiffmann
Lektorat: Astrid Pfister
Dieses Buch wurde nach Dudenempfehlung (Stand 2018) lektoriert.
ISBN E-Book: 978-3-95835-340-4
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Arrested For Driving While Blind
Texas ist ein sagenumwobenes Land.
Der Lone Star State wurde den Felsen und Sümpfen, Wäldern und schier endlosen Wüsten abgetrotzt – von Outlaws und verschuldeten Versagern aus Tennessee, von feinen Damen aus der High Society, von Cherokees und hart durchgreifenden Gesetzeshütern, mexikanischen Wanderarbeitern und milliardenschweren Ölmagnaten. Sie alle liefen vor irgendetwas davon und wollten ganz von vorn anfangen.
Texas ist die letzte und beste Chance für Menschen mit einem außergewöhnlichen Wesen.
Es ist die Heimat von so unterschiedlichen Musikerinnen und Musikern wie Beyoncé und Buck Owens, Buddy Holly und Meat Loaf, Selena und ZZ Top. Schriftstellerischen Talente wie Sandra Cisneros, James Michener, Justin Cronin, Larry McMurtry, Katherine Anne Porter und Joe Lansdale, um nur einige zu nennen, haben sich allesamt unter dem weiten Himmel von Texas beflügeln lassen.
Es ist ein Land kleiner Nester, durch die unbefestigte Straßen führen, und mit Schlangen hantierender Prediger, es besitzt aber auch riesige Städte voller Glaspaläste, in denen jeder Geschmack, so kosmopolitisch er auch sein mag, bedient wird. Hier gibt es nur wenig befahrene Highways, die sich am Horizont in der Ewigkeit zu verlaufen scheinen, und Raketen, die auf vertikalen Highways in eine Zukunft fliegen, von der wir nur träumen können.
Texas definiert sich durch seine Ausdehnung und seine Möglichkeiten, durch sein unerschöpfliches Potenzial, hält jedoch trotz dieser Weite fest zusammen. Ungeachtet seiner Vielfalt hat sich eine einzigartige Stimme und eine gewisse Haltung herausgebildet, die entschieden texanisch ist. Sie reicht weit über den bloßen Stil, sprachliche Eigenheiten und selbst den verbissen hervorgekehrten Stolz auf die eigene Geschichte und den eigenen Ruf unter Fremden hinaus. Texaner zu sein und mit dieser besonderen Stimme zu sprechen, drückt aus, wie man charakterlich gepolt ist.
Man kann es nachahmen.
Man kann versuchen, es sich anzueignen.
Man kann sich sogar darüber lustig machen.
Man kann es aber niemals annektieren, wenn man keine wirkliche texanische Seele in sich trägt.
Davon bin ich ganz und gar überzeugt.
Als ich zum ersten Mal in die Druckvorlage dieses Buches schaute, das euch hier vorliegt, dachte ich deshalb: Oh-oh, das wird haarig.
Denn ich war der Ansicht, irgend so ein Typ aus einem Örtchen in Wayne County im Staat New York könne unmöglich eine auch nur im Geringsten überzeugende Story über einen Texas Ranger vom Zaun brechen, über eines der erhabensten Symbole für die Unabhängigkeit und Eigenverantwortung dieser Region.
Dann las ich es, und jetzt schreibe ich das hier, um euch zu versichern, dass dieses Buch wirklich sehr stark ist.
Die Geschichte handelt von einem äußerst verkommenen Menschen auf seinem tödlichen Rachefeldzug gegen den Texas Ranger, der ihn einst in den Knast gebracht hat.
Außerdem ist sie eine staubige Odyssee in das Innere eines Mannes, der ein ums andere Mal Opfer ungünstiger Umstände und harter Zerwürfnisse wurde, aber nichtsdestotrotz immer wieder ein klein wenig mehr aus sich selbst herausholt, um das Richtige zu tun und sich niemals einfach mal einen Tag freinehmen kann.
Oh, und Zombies kommen auch noch darin vor.
All dies umweht jedoch dieses beispiellose, nahezu unbeschreibliche Etwas, das sich einzig und allein auf Texas münzen lässt. Ich schätze mal, Bücher wie »Himmel, Hölle oder Houston« entstehen nicht zufällig; sie sind Erzeugnisse entfremdeter Seelen … sie sind auf dem Mist von Texanern gewachsen, die einfach nur woanders zur Welt gekommen sind.
Ich selbst stamme gebürtig aus Cambridge in Massachusetts, kann das also durchaus nachvollziehen.
Aber der wesentliche Punkt ist der:
Dieses Buch, das ihr gerade in euren Händen haltet, ist etwas ganz Besonderes. Es zeugt von einem Autor, der gerade erst zu sich selbst findet. Sollte euch das Erb’sche Universum noch fremd sein, so bereitet euch auf Momente unaussprechlicher Brutalität vor.
Legt es also lieber nieder, falls ihr zu zartbesaitet für so etwas seid.
Denn manche Passagen in diesem Roman sind so ekelhaft (vor allem für Väter mit jungen Töchtern wie mich), dass euch die Haare zu Berge stehen werden, und dann – ja dann – besitzt der Autor auch noch die Dreistigkeit, eine Szene brüderlicher Verzeihung und Übereinkunft einzuflechten, die so geschickt entworfen wurde, dass ich nicht umhinkam, kurz davon abzulassen, meinen Kopf nach vorne zu beugen und mich in Gedanken über mein eigenes Leben und meine eigene Familie zu verlieren.
Passt also gut auf.
Dieses Buch meint es nicht gut mit euch. Vielmehr gehört es zu jener Art von Literatur, die euch genau zwischen die Beine greift und zudrückt, woraufhin sie anschließend über eure Verblüffung und Qual schmunzelt.
Qualvoll geht es auf diesen Seiten nämlich andauernd zu.
Hat man dies jedoch erst einmal überstanden, findet man auch Tapferkeit, Güte und letzten Endes sogar auch Liebe.
Dies ist keine reine Horrorstory.
Es geht nicht nur um Vergeltung.
Es ist auch keine Verschmelzung aus Grindhouse und Family-Sitcom.
Es ist nicht einmal die Geschichte eines Mannes auf der Suche nach Erlösung, der zum Schluss wenn auch schon nicht diese, so doch zumindest Frieden findet, als er frei wählen kann, Gutes zu bewirken.
Ich würde dieses Buch als Ansammlung moralischer Doppelbödigkeiten bezeichnen.
Als Knoten, der förmlich danach schreit, entwirrt zu werden.
Man lebt nicht einfach nur in Texas.
Man ist Texas!
Texas steht auch für eine Geisteshaltung, und Thom Erb versetzt euch in genau diese hinein. Falls ihr noch nichts von ihm kennt, macht euch auf einen Heidenspaß gefasst …
… und lest aufmerksam.
Dann nämlich lernt ihr meiner Meinung nach eine der ehrlichsten und einfühlsamsten Stimmen aus Texas kennen, die nicht aus einem Roman von Larry McMurty stammen.
Viel Spaß!
Joe McKinney
Helotes, Texas
6. Dezember 2014
Ihr könnt zur Hölle fahren; ich fahre nach Texas. Davy Crockett
Staatsgefängnis McAlester, Oklahoma
31. Mai 1985, 3:35 Uhr
Die Stimme machte sich jetzt lautstark und fast flehentlich in Isandro Dianiras verschrobenem Geist bemerkbar. Häftling 926934 lächelte und weidete sich an dem warmen Blut des Gefängniswärters, das gerade über seine zerkratzten und schwieligen Hände floss.
Diese Stimme verlangte nach Blut. Isandro tat sich keinen Zwang an, die Klinge tief in den Bauch des Wichsers zu stechen, und fühlte sich durch die Vorstellung, dass der Mann nun starb, beinahe sexuell erregt. Er lachte, als er den leblosen Körper des Wärters fallenließ wie einen Zigarettenstummel. Dianira war der Anführer der Los Malvados, einer der mächtigsten Banden Mexikos. Die Freiheit lockte ihn, und nur noch wenige Sekunden trennten ihn von ihr. Nach zweijähriger sorgfältiger Planung und beträchtlichen Geldausgaben hätte er sogar seinen eigenen Bruder kaltgemacht, um hier herauszukommen. Er schlich jetzt eine Stahltreppe hinunter, die zu einer Laderampe führte, wo ein Mülllaster den berühmtesten Polizistenmörder in der Geschichte Texas abholen würde, alles lief genauso wie vorgesehen.
Der Mond warf in kühlen Blautönen Schatten über den Parkplatz. Isandro sprang hinunter und blieb geduckt, während er auf das Zeichen wartete. Es sollte von einer kleinen Stiftlampe ausgehen … ein schnelles Aufblinken, gefolgt von einem kurzen Pfiff. Sein dünner aber muskulöser Körper erstarrte vor Anspannung. Die Freiheit war nun endlich zum Greifen nahe, und er konnte sie schon regelrecht schmecken, aber eine sogar noch intensivere Empfindung beschleunigte gerade seinen Puls: Rachedurst!
Er war einem gewissen Texas Ranger zu besonderem Dank dafür verpflichtet, dass dieser ihm einen zehnjährigen Aufenthalt im Staatsgefängnis von Oklahoma aufgehalst hatte. Ihm schwebte deshalb so einiges für dieses Stück Scheiße namens Jay McCutcheon vor. Er freute sich, als das Lämpchen endlich aufblinkte und leise gepfiffen wurde. Ihn traf ein erster Regentropfen ins Auge; er rieb mit der Hand darüber und grinste, da er jetzt den großen, grünen Mülllastwagen mit laufendem Motor sah, an dessen Heck ein untersetzter Mann stand.
»Hector«, rief Isandro mit gedämpfter Stimme und lief schnell zu seinem Komplizen hinüber, um ihn zu umarmen.
»Toll, dich endlich wiederzusehen, Bruder«, erwiderte Hector, während er ihn zur Klappe lotste.
»Das Ganze wird jetzt ein bisschen … schmutzig, aber die Crew wartet bereits draußen. Hoffentlich macht es dir nichts aus, dich ein paar Minuten lang im Dreck zu wälzen.« Hector versuchte, seinen Verwandten noch einmal zu umarmen, doch Isandro hatte bereits genug von dem gefühlsduseligen Unfug. Er nickte daher distanziert und umklammerte einen Griff am Laster.
»Meine Fresse, nein, ich habe mich während der letzten zwei Jahre ständig im Dreck gewälzt und komme ohne Probleme damit klar.« Nachdem er seinen Bruder einen festen Klaps auf die Wange gegeben hatte, sprang er in den Laderaum des Fahrzeugs. »Verschwinden wir von hier.«
Hector schaute hoch. »Was möchtest du denn zuerst machen?«, fragte er strahlend.
»Puta«, antwortete Isandro mit einem Blick zurück zum Gefängnis. »Danach stelle ich McCutcheon und zeige ihm endlich, was richtiger Schmerz und die Hölle auf Erden bedeuten.« Er spuckte auf den regennassen Asphalt. »Vamanos!«
Er blickte zum schwarzen Himmel hinauf und ließ kalten Regen über sein vernarbtes Gesicht strömen. Äußerlich mochte er vielleicht besonnen wirken, doch tief in ihm prasselten das Feuer des Hasses und eine Vergeltungssucht, die er jahrelang fieberhaft geschürt hatte. Jetzt war er wieder frei, und dies bedeutete, dass die Welt bluten würde!
На этой странице вы можете прочитать онлайн книгу «HIMMEL, HÖLLE ODER HOUSTON», автора Thom Erb. Данная книга относится к жанру «Триллеры».. Книга «HIMMEL, HÖLLE ODER HOUSTON» была издана в 2021 году. Приятного чтения!
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