Alltagsgeschichte zum Nachdenken und Einschlafen
Illustrator Sonya Skvortsova Redakteurin Liya Suvorova
© Lana Weiss, 2025
Das war an einem düsteren Novembermorgen der Fall…
Der Tag fängt mit viel Wind und Regen an. Fabius, der liebe Hase, sitzt wie gewöhnlich auf den Ästen und wartet auf gutes Wetter. Die Mutti ist weg und kehrt erst spät in der Nacht zurück. Die Riesentropfen fallen von den bunten Blättern hinunter und klingen über die Erde. An solchen Tagen kommt es traurig ohne Grund vor, einfach so, leise und traurig.
Der liebe Hase sitzt und lauscht dem Wald, dem Regen, und sich zu. Sein Herz bebt ihm vor Angst und Erwartung. Der Wald lebt, lebt wohl, lebt voll und aktiv. Der Wald atmet und bewegt die Bäume und Büsche, kämmt das Gras auf allen Seiten. Der Wind riecht nach festen Pilzfüßen und überreifen Beeren auf feinen Stielen. Der Wald fürchtet sich nicht vor den Veränderungen, die der Herbst mit sich gebracht hat. Die Blätter lispeln im Abendwind. Der Wald genießt diese hellen Pausen. Diese Veränderungen sind ein Teil des Lebens.
Das Leben besteht aus vielen Teilen. Mal scheint die Sonne, mal regnet es in Strömen. Mal windig. Mal frisch und eiskalt.
Der Fabius wartet und wartet auf die Mutti, sie kommt aber nicht. Er brennt vor Begierde, sie zu sehen! Der Hase befindet sich im Wald, neben dem Regen und dem Wind, neben dem Unwetter. Da, in dem Baum gibt es eine große Höhlung. Und die Tränen stürzen aus den Augen. Mit Mühe hielt er an sich. „Ich habe Angst vor dem Dunkeln. Und vor dem Alleinsein. Und vor dem Habicht auch, was! Habicht ist ein großer Greifvögel.“ Und er erschreckt sich erneut. „Ach, komme was wolle“, – sagt er zu sich selbst. In der Regel zählt man die Hasen durchaus zu den feigen, wenn nicht sogar zu den feigsten Tieren des Waldes. Warum? Der Volksmund sagt aber: Was ist im Sommer grau und im Winter weiß? Jeder weiß, es ist der Hase. Und kein einziges Wort über Feigheit!
In der Zwischenzeit fängt er an, sich selbst zu beruhigen. Er hört zu, wie sein Herz klopft. Er hört die Tropfen des Regens, sie fallen in den Takt des Schlagens seines kleinen und tapferen Herzens. Bald kommt Vertrauen und Zuschauen.
„Wer bin ich? Ich bin der liebe Hase, der Fabius. Fabius war ich gestern, als es sonnig und warm war. Fabius bin ich auch heute, wenn es so windig und ungemütlich ist. Was soll mich erschrecken? Da, ringsumher sind die gleichen Bäume und Büsche, die gleichen Paare der Äugens der Vögel sowohl der Nagetiere in Höhlungen. Und sie warten auch, wenn der Regen aufhört, um aufs frische und nasse Gras herauszukommen oder sich auf einen glatten aromatischen Zweig zu setzen“.
Der Tag neigt sich dem Ende zu.
„Wenn mich die gleichen Sachen umgeben und ich in der Sicherheit bin, vor wem soll ich mich fürchten? Nein, es ist viel besser, der Musik des Regens zuzuhören und ruhig auf die Mutti zu warten. Ich bin ein wackerer Hase!“.
Das Herz klopft ruhig und froh. Es ist dem Hasen nicht mehr furchtbar. Es ist ihm gar nicht mehr furchtbar. Am Himmel ist ein heller Streifen zu sehen. Der zunehmende Mond scheint hell und märchenhaft. Je näher die Uhr Mamas Rückkehr ankündigt, desto ruhiger und gelassener wird unser Fabius. Kurze Zeit später ist an ihm keine Spur jener Panik zu erkennen.
Es ist ja immer so im Leben:
Wenn wir uns selbst zuhören können, wenn wir Gefährliches vom Ungewöhnlichen unterscheiden, die Angst geht auch bei uns allen gut weg.
Die Sonne glüht, die Linde blüht, das Korn wird voll, wann ist das wohl? – Der Sommer ist eigentlich gekommen, hei-ja!
Unser lieber Fabius spielt mit seinen Freunden. Sie springen zusammen, laufen um den Baum und spielen Verstecken. Dann lösen die Freunde Rätsel und backen Sandkuchen. Es ist lustig und witzig.
Zuerst sind die Kinder sehr gespannt. Alle sind geduldig zusammen und ganz tolerant. Sie folgen der Spielreihe, lassen das Mädchen nach vorne. Das ist ja so lieb!
Aber später sind die Kinder schon müde, das Spiel gefällt nicht mehr so gut. Fabius ist nervös, er will auf die Reihe nicht mehr warten, er muss der erste sein! Unbedingt – der Erste! Fabius stürzt den Fuchs Falco, er nannte den Wolf Han «der Langsamste im Wald»
– „Alle Tage gehst Du raus, bleibst Du dennoch stets zu Haus…Hei, Wolfi-Hani-du! Ob Du eine Schnecke bist, der liebe Han?“
Der Han fragt:
– Hei, Du! Was soll das Gerede?
– Du bist doch langsam wie eine Schnecke…Spielst du etwa, oder?
Allmählich hat der kleine Wolf genug von den Vorwürfen. Seine Augen scheinen wie dunkle tiefliegende Seen… Unser Fabius ist jetzt wirklich der erste, er ist der Sieger. Aber unser Fabius ist allein geblieben. Die Freunde sind weggerannt. Der Hase ist traurig. Was ist denn los? Das war nur ein Spiel. Er wollte keinen beleidigen…Obwohl er zuerst zu seiner Tat stand und nicht im Geringsten das Gefühl hatte, etwas falsch gemacht zu haben, hat er vor seinen Freunden genügend Respekt, um sich zu entschuldigen…
Er nimmt seine Spielzeuge mit und geht zu Falco und Han. Die beiden Tierkinder sitzen im Schatten und langweilen sich. Tief in Gedanken versunken sitzen die Kleinen da. Zu zweit ist besser als alleine, aber – sowieso-nach dem Streit ist es sowieso nicht lustig. Der Fabius versteht es:
– Er hat seinen Freunden beleidigt. Der liebe Hase entschuldigt sich bei ihnen. Er streckt seine Speizeuge als Zeichen der Versöhnung. Große Worte sind zwischen den Freunden nie üblich gewesen:
– Spielen wir zusammen? Vergessen wir unseren Streit! Na bitte! Ich bereue diese Tat, in echt! Zu zweit ist besser als alleine? Aber zu dritt ist besser als zu zweit?!
Die Tierkinder sind zufrieden. Sie lachen. Unser Fabius schwimmt in Seligkeit vor Freude.
Es ist ja immer so im Leben:
Wenn wir besprochene Regeln behüten, unsere Partner achten, keinen beleidigen, dann geht eine beliebige Sache viel besser und angenehmer!
Der Fabius spielt zuerst mit den Kindern Einholen. Dann malt er mit einem Stöckchen ein Bild auf dem Sand. Die Laune ist wie im Märchen. Da kommt die liebe Mutti und ruft den Hasen nach Hause, um ihr ein bisschen zu helfen.
Das Wetter ist so wunderschön! Waldbirnenbäume blühen, ein Bächlein fließt durch das Gras. Was kann laufen und hat doch keine Füße? Der Bach, aber natürlich! Auf dem malerischen Ufer singen die Vögel über die Schönheit der Welt, über die Sonne, die so lieb zu den Tieren ist. Die Vögel singen dem Wind und den Wolken, den Bienen und den Blumen vor. Was ist das für ein Tier, das ziemlich klein und schnell ist? Es hat weiches, braunes Fell, spielt und springt von Baum zu Baum, es ist so flink, ihr seht es kaum. Das ist ein Eichhörnchen. Da – sieht unser Fabius ein Tierchen in den Ästen. Und hier – noch eins! Später liegt der Fabius in der Sonne und liest ein Buch. Das Buch ist uninteressant und der Fabius schläft schnell ein. Der Fabius wartet und wartet darauf, nach Hause zurückzukehren. Er will der Mutti nicht helfen. Es ist ihm faul.
На этой странице вы можете прочитать онлайн книгу «Fabius», автора Ланы Вайс. Данная книга имеет возрастное ограничение 6+, относится к жанрам: «Детская познавательная и развивающая литература», «Детская проза». Произведение затрагивает такие темы, как «преодоление проблем», «поиск себя». Книга «Fabius» была написана в 2025 и издана в 2025 году. Приятного чтения!
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